Postulat Perspektiven der Waldwirtschaft

ERFOLG für Motion 42.18.24 "Massnahmen zur zielgerichteten und nachhaltigen Entwicklung des St.Galler Waldes

Gestern 13.06.2019 war ein Freudentag für den St. Galler Wald. Der Kantonsrat hat anlässlich der Klimasession unsere Motion 42.18.24 behandelt und mit einer grossen Mehr gutgeheissen.

Eintreten: 98 ja / 1 Enthaltung / 10 nein (alle Fraktionen sprachen sich für Eintreten aus)

Gutheissung und Überweisung an die Regierung: 93 ja / 1 Enthaltung / 10 nein

Im Namen des Vorstandes danken wir allen Beteiligten ganz herzlich für ihren Einsatz zu Gunsten des St. Galler Waldes. Ein spezieller Dank geht an die Kantonsparlamentarier Arno Noger, Bruno Cozzio, Walter Freund und Meinrad Gschwend für den grossen politischen Einsatz zugunsten der Wald- und Holzwirtschaft. Es ist vor allem ihnen für die engagierte Vorbereitung und Vertretung in den Fraktionen zu verdanken, dass der Rat mit so grosser Mehrheit gegen den Willen der Regierung der Motion gefolgt ist.

Ein weiterer Dank geht an unsere Partnerorganisationen Verband der St. Galler Ortsgemeinden und Lignum Holzkette SG. Sie haben uns tatkräftig unterstützt. Die erste grosse Hürde ist geschafft.

Nun ist die Regierung beauftragt, eine Gesetzesvorlage zu erarbeiten und innert 3 Jahren dem Rat zur Beratung vorzulegen.  Das heisst, es ist erst ein Etappensieg erreicht. Wir sind sicher interessiert und gerne bereit, die Regierung und die Verwaltung bei der Arbeit zu unterstützen und dann auch in einer allfälligen Vernehmlassung unsere Meinung einzubringen. Und schliesslich geht es dann nochmals in eine Vorberatende Kommission und in den Kantonsrat. Ein langer Weg...

Das ausgesendete Signal des St. Galler Kantonsrates gibt Zuversicht für eine erfolgreiche und nachhaltige Unterstützung des St. Galler Waldes.

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Im Bericht «Perspektiven der Waldwirtschaft im Kanton St.Gallen» analysiert die Regierung die Situation der Waldwirtschaft treffend, versäumt es aber, adäquate, griffige Konsequenzen zu ziehen. Die von der Regierung vorgeschlagenen Massnahmen im Bereich Schutzwald und Biodiversität allein sind nicht geeignet, die Waldentwicklung in die richtige Richtung zu lenken, geschweige denn die Situation der Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer zu verbessern. Um die Erhaltung des (über)lebenswichtigen Waldes sicherzustellen, ist eine zielgerichtete und leistungsbasierte Förderung der Waldleistungen im öffentlichen Interesse unumgänglich.

Was leistet der Wald?

  • Zwei Drittel des Waldes schützen Siedlungen und Infrastrukturanlagen vor Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag oder Rutschungen.
  • Der Wald ist einer der letzten einigermassen intakten Lebensräume in unserer Kulturlandschaft. Er bietet vielen seltenen Arten ein Zuhause und ist Hort der Biodiversität.
  • Im Wald wächst der erneuerbare und CO2-neutrale Energie- und Werkstoff Holz - direkt vor unserer Haustüre. Es wächst mehr Holz nach, als geerntet wird.
  • Der Wald ist Arbeits- und Ausbildungsplatz zugleich, gerade auch in struktur-schwachen Randregionen.
  • Die Bevölkerung schätzt den Wald als Landschaftselement, Kraft- und Erholungsort.
  • Der Wald filtert Trinkwasser, spendet Sauerstoff und säubert die Luft.

Wieso soll ich der Motion Nr. 42.18.24 zustimmen?

  • …weil ein stabiler und gesunder Wald fachgerechte Pflege braucht. Diese muss verstärkt werden.
  • …weil so der Waldwirtschaft geholfen wird, die Eigenwirtschaftlichkeit und Innovationskraft zu stärken. Bereits eingeleitete Selbsthilfemassnahmen der Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer werden unterstützt.
  • …weil der Wald in der Anpassung an den Klimawandel eine zentrale Rolle einnehmen wird und er selber auch «Klima fit» getrimmt werden muss.
  • …weil ohne geeignete Massnahmen die Nachhaltigkeit des Waldes in Frage gestellt wird, darunter auch dessen Schutzwirkung. Ohne Wald wären viele un-serer Täler nicht bewohnbar.
  • … weil der Rohstoff Holz Zukunft hat, aber seine Qualitäten noch besser bekannt gemacht werden müssen. Die Nutzung des einheimischen Holzes ist klimafreundlich und kurbelt die regionale Wertschöpfung an.
  • …weil mit Augenmass gesetzliche Grundlagen für Fördertatbestände geschaffen werden, die heute nur vage oder gar nicht geregelt sind. Verschiedene Nachbarkantone und auch der Bund verfolgen inzwischen innovativere Pro-gramme und ehrgeizigere Ziele. Nicht alle möglichen Massnahmen sind kostenwirksam.
  • …weil die Motion offen formuliert ist, der Regierung den nötigen Spielraum lässt und der Kantonsrat im Rahmen des Budgetprozesses jährlich wiederkehrend über die Höhe von allfälligen Fördergeldern bestimmen kann.
  • …weil 15'000 Waldeigentümer erreicht werden und letztlich über 500’000 Einwohnerinnen und Einwohner im Kanton profitieren.


Der Wald geniesst bei der Bevölkerung einen sehr hohen Stellenwert. Fast ein Drittel der Kantonsfläche ist mit Wald bedeckt. Die Bevölkerung würde nicht ver-stehen, weshalb einem bedeutenden Teil unserer Umwelt die nötige Unterstützung versagt wird.

Darum verdient die Motion auch IHRE Unterstützung! JA zum St.Galler Wald!