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Medienmitteilung Generalversammlung 2021

Generalversammlung des Waldwirtschaftsverbandes St.Gallen & Liechtenstein

Waldbesuche steigen deutlich an

Rund 150 Delegierte und Gäste besuchten am Freitag die Generalversammlung des Waldwirtschaftsverbandes St.Gallen und Liechtenstein im Kongress- und Kulturzentrum Verrucano in Mels. Da die Generalversammlung im letzten Jahr Corona-bedingt abgesagt werden musste, fand die Jahresversammlung unter dem Vorsitz von Präsident Thomas Ammann, Rüthi, dieses Jahr nochmals im Sarganserland statt. Nach einem Jahr ohne physische Generalversammlung, freut sich Thomas Ammann ausserordentlich, dass die Veranstaltung trotz der verordneten Covid-Zertifikatspflicht gut besucht wurde. Regierungsrat Beat Tinner, Vorsteher Volkswirtschaftsdepartement St.Gallen und Guido Fischer, Gemeindepräsident der Gemeinde Mels wohnten der Versammlung bei und überbrachten ihre Grussworte.

Das Jahr 2020 hat den Wald den Menschen nähergebracht. Die Covid-19-Pandemie liess grosse Menschenmengen in die Schweizer Wälder strömen. Die gesellschaftliche Bedeutung des Waldes und damit das kollektive Bewusstsein für den unschätzbaren und vielfältigen Wert des Waldes wurde gestärkt. Herr und Frau Schweizer verbrachten aufgrund des Lockdowns mehr Zeit Zuhause. Ab März stiegen die Waldbesuche stark an. Besonders die Frequentierung an normalen Wochentagen hat stark zugenommen. Im öffentlichen Raum galt Maskenpflicht und beim Einkaufen bestand die Gefahr sich vom Coronavirus anstecken zu lassen. So entschieden sich viele für einen Waldspaziergang. Im Wald kann man ohne Maske laufen, tief einatmen, Niesen oder sogar Husten, ohne dass man böse Blicke auf sich zieht. Im Wald muss man nicht alle 15 Minuten lüften. Hier gibt es frische Luft im Überfluss. Sogar das Bundesamt für Gesundheit hat zu Aktivitäten im Freien wie etwa einer Fackeltour im Wald oder einer Waldweihnacht geraten. Eine hohe Besucherfrequenz, speziell unter der Woche, führt im Wald zu mehr Aufwand. Üblicherweise konnte für Holzerntearbeiten Wochentags eine Waldstrasse ohne Probleme gesperrt werden. Heute ist dies fast nicht mehr möglich. Viele Passanten ignorieren Absperrungen und Verbote und bringen sich damit selbst in Gefahr. Der Aufwand für die Kontrollen während der Fällarbeiten hat zugenommen. Und damit auch der Aufwand und die Kosten. Das vergangene Jahr hat den Werten Freiheit, Selbstbestimmung und Gesundheit wieder einen höheren Stellenwert verliehen. Der Wald war für viele einer der wenigen Zufluchtsorte, wo man sich von der Medienflut und den vielen Diskussion rundum um Corona erholen konnte. Die positiven Eigenschaften des Waldes werden wieder mehr geschätzt. Es liegt nun an den Waldeigentümern diese Vorteile zu kommunizieren, damit solche Leistungen vermehrt honoriert werden können.

Deutlich weniger Käferholz angefallen

Für den Wald war das Wetter in laufendes Jahr ein Segen. Die eher kühlen Temperaturen im Frühjahr und der verregnete Sommer haben die Borkenkäferentwicklung stark gehemmt. Die Widerstandskraft der Bäume hat sich wieder deutlich verbessert. Je nach Gebiet sind die Schadholzmengen, gegenüber dem Vorjahr um mehr als 30% zurückgegangen. Die fehlenden Käferholzmengen und die dadurch gestiegene Frischholznachfrage wirken sich nun positiv auf die Holzpreise aus. Für das nächste Jahr gehen die Fachleute davon aus, dass sich die Borkenkäferpopulationen weiter reduzieren werden und sich die gesamte Situation normalisiert.

Wald-Wild Situation im Kanton St. Gallen und Fürstentum Liechtenstein

Im Herbst 2020 wurden die Mitglieder eingeladen eine Umfrage zur aktuellen Wald-Wild Situation teilzunehmen. Anhand der Ergebnisse wurde ein Bericht verfasst und publiziert. Die Ergebnisse wurden an der Generalversammlung vorgestellt und diskutiert. Der Vorstand hat bereits einige Massnahmen eingeleitet, damit sich die aktuelle, noch etwas unzufriedene Situation verbessert. Präsident Thomas Ammann informierte die Mitglieder über die nächsten geplanten Schritte.

Der Holzmarkt erholt sich, Rundholzpreise steigen wieder deutlich

Geschäftsführer Heinz Engler zeigte den Versammlungsteilnehmer auf, wie sich der Holzmarkt und speziell die Rundholzpreise im laufenden Jahr verändert haben. Das ausgebliebene Käferholz und eine starke Nachfrage im In- und Ausland, haben es den Waldeigentümern ermöglicht ihre Rundholzpreise markant nach oben anzupassen. Diesem Effekt vorausgegangen war eine europaweite Schnittholzknappheit, welche sich nun wieder zum grossen Teil normalisiert hat. Für die kommende Holzschlagsaison konnten mit den meisten Verarbeitern folgende Rundholzpreise vereinbart werden. Für die Fichte Qualität B wird zurzeit ein Preis von Fr. 120.- pro Festmeter und für die Qualität C Fr. 100.- bezahlt. Dies sind Preise wie sie zuletzt im Herbst 2014 realisiert wurden. Im Januar 2015 löste die Aufhebung des CHF-EUR Mindestkurses, durch die Schweizer Nationalbank,  eine Talfahrt aus, welche sich bis Juni 2021 hinzog.

Auszeichnung vorbildlicher Lieferanten

Unter den ordentlichen Traktanden an der Generalversammlung wurden auch traditionsgemäss jene Mitglieder geehrt, welche ihr Holz über die Holzmarkt Ostschweiz AG verkaufen. Die Holzvermarktungsstelle ist eine Selbsthilfeorganisation der Waldbesitzer und in deren Eigentum. Pro Waldregion wird jenes Mitglied erkoren, welches im Verhältnis zu seiner Holznutzung am meisten Holz über die Holzmarkt Ostschweiz AG geliefert hat. Geehrt wurden folgende Waldeigentümer:

Ehrungen Reihenfolge von links nach rechts wie auf Bild 

(Reihenfolge wird eventuell nach der Versammlung noch angepasst)

Gemeinde Mauren, 102 fm

Thurkorporation Oberbüren, 672 fm

Rhode Gätzi-Warmesberg, 896 fm

Ortsgemeinde Murg, 2001 fm

Burgerkorporation Uznach, 371 fm

Kloster Maria der Engel, 152 fm