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Trotz kühlem und nassem Wetter sind die Borkenkäferschäden in der Ostschweiz massiv.

Medienmitteilung der ostschweizer Waldwirtschaftsverbände vom 26.11.2019

In den Ostschweizer Wälder hat sich der Borkenkäfer diesen Sommer regelrecht durch den Wald gefressen. Die Regionen Schaffhausen, Zürcher Weinland und Unterthurgau hat es besonders hart getroffen. In diesen Regionen ist der regionale Holzabsatz von schlechten Qualitäten fast nicht mehr möglich.

Eine Umfrage bei den Förstern durch die Ostschweizer Waldeigentümer Verbände hat ergeben, dass zurzeit rund 75'000 Fm Käferholz unverkauft im Wald lagern. Zusätzlich kommen geschätzte 100'000 fm abgestorbene Käferbäume dazu, welche sich nicht mehr wirtschaftlich ernten lassen. Die Bäume werden der Natur überlassen. Total hat der Borkenkäfer in einem Jahr das 1.5 fache einer jährlichen Nutzung vernichtet. Der finanzielle Schaden für den Waldbesitzer ist enorm.

Trotzdem versuchen die Waldeigentümer die vom Käfer befallenen Bäume so rasch wie möglich zu ernten, damit bis zum Frühjahr die grosse Population etwas eingedämmt werden kann. Die Forstbetriebe melden, dass In den nächsten zwei Monaten zusätzlich nochmals 60'000 Fm Käferholz aufgerüstet werden. Damit alles Käferholz verkauft werden kann, benötigt es Geduld.

Die Waldbesitzer sind darauf angewiesen, dass das Holz vermehrt auch überregional in der Schweiz abgesetzt werde kann. Einen Export in die Umliegenden Länder ist zurzeit ebenfalls nur sehr erschwert möglich. Die Branche geht davon aus das in Europa 2019 rund 80 Mio. Festmeter Schadholz anfallen. Dementsprechend sind auch die ausländischen Sägereien mit schlechtem Holz überversorgt. Es kann durchaus Sinn machen gewisse Übermengen unter Preisig abzustossen um den Markt etwas zu entlasten.

Zur Entlastung des Marktes wird Käferholz zu Tiefstpreisen nach Asien exportiert, die Waldbesitzer haben schlichtweg keine anderen Möglichkeiten mehr. Die Rundholzpreise sind aber derart tief, das mit dieser Massnahme nicht mal mehr die Holzerntekosten gedeckt werden können, geschweige denn die wieder Aufforstung auf den Schadholzflächen.

Die Waldbesitzer hoffen nun auf einen nassen, kühlen Frühling und Sommer 2020. Dies wäre wichtig, damit die zum Teil noch trockenen Böden gesättigt und die Bäume wieder vitaler werden.

 

Um den Holzmarkt zu entlasten sollen im kommenden Winter Frischholz nur auf konkrete Bestellungen und Abmachungen bereitgestellt werden. Weiter sollen vom Borkenkäfer befallene Bäume im Verlaufe des Winters aufgearbeitet werden. Es ist wichtig, dass das geschlagene Holz welches als Brutmaterial dient bis im Frühling aus dem Wald gebracht wird.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

Wald St. Gallen & Liechtenstein,  Geschäftsführer, Hauptstrasse 3, 9125 Brunnadern 071 375 60 90 mail@waldsg.ch