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Grünerlen sind schlecht für die Artenvielfalt

Immer mehr Alpweiden werden von Büschen überwachsen. Eine Studie von Agroscope und der ETH Zürich zeigt: Ob die Artenvielfalt durch die Verbuschung steigt oder sinkt, hängt von der Busch-Art und ihrer Dichte ab. Beispielsweise förderten einzelne Legföhren die Biodiversität. Die weitverbreitete Grünerle dagegen sorgte für einen massiven Rückgang der Vielfalt. Um die Attraktivität der Schweizer Alpweiden zu erhalten, braucht es deshalb gezielte Massnahmen gegen die Grünerle.

Werden Alpweiden nicht mehr genutzt, verbuschen sie. Foto: Markus Staudinger/Agroscope

Die Fläche der Schweizer Alpweiden ist in den vergangenen 25 Jahren um 5% kleiner geworden. Das entspricht der Fläche des Kantons Schaffhausen. Ein wesentlicher Grund ist die Verbuschung. Steile, steinige oder abgelegene Weideflächen werden mit weniger Tieren oder gar nicht mehr genutzt. Wo das grasende Vieh fehlt, können sich Büsche ungehindert ausbreiten.

Ein dichter Gebüschwald senkt die Artenvielfalt im Vergleich zur offenen Weide deutlich, weil er sehr einheitlich ist. Allerdings können vereinzelte Büsche auf einer ansonen offenen Weide den Lebensraum bereichern. Sie bieten vielen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat und Futter. Beispielsweise bevorzugen die bedrohten Raufusshühner und viele Insekten ein Mosaik aus Büschen und offener Weide.

Den positiven Effekt einzelner Sträucher fanden die Forscher allerdings nicht bei allen Busch-Arten: Die Grünerle ist ein Sonderfall. Wo dieser Busch aufkommt, nimmt die Biodiversität unmittelbar ab. Dank einer Symbiose mit Bakterien gewinnt die Grünerle Stickstoff aus der Luft und düngt damit den Boden. Der Effekt ist derselbe wie bei einer Mineraldüngung: Die Artenvielfalt sinkt, weil einige wenige Pflanzenarten die anderen verdrängen. Dieses Wissen ist deshalb so wichtig, weil die Grünerle der mit Abstand häufigste Busch im Alpenraum ist. Eine gezielte Beweidung der verbuschten Flächen drängt die Grünerle zurück und lässt ein Mosaik mit artenreicher Vegetation entstehen.

Lesen Sie die ganze Mitteilung auf der Website von Agroscope