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Home Zertifizierung Kosten und Nutzen der Waldzertifizierung
Kosten und Nutzen der Waldzertifizierung Drucken E-Mail
Freitag, 03. Juli 2009 12:23

Waldzertifizierung ist eines der Themen, das in der europäischen Forstwirtschaft in den vergangenen Jahren dauerhaft und teilweise heftig und kontrovers diskutiert wurde. Dabei ging es vorwiegend um die Frage, welche Anforderungen an eine nachhaltige Waldbewirtschaftung gestellt werden müssen und über welche Indikatoren die Einhaltung dieser Anforderungen überprüft werden kann. In Zentraleuropa haben sich mittlerweile die beiden Labels FSC (Forest Stewardship Council) und PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) etabliert. Beide Systeme streben das gleiche Ziel an, nämlich die Garantie einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung, wenn auch auf unterschiedlichen Wegen.

 
Waldzertifizierung ist insgesamt ein Thema der jüngeren Geschichte. Die ersten europäischen FSC-Zertifikate wurden 1997 in Schweden vergeben. In der Schweiz werden seit 1998 Zertifizierungen der Waldwirtschaft und der Holzverarbeitungskette nach FSC durchgeführt (vgl. BAFU 2009). Eine schnelle und breite Entwicklung der FSC-Zertifizierung ist seit 2000 zu beobachten. Der PEFC-Prozess wurde im August 1998 von skandinavischen, französischen, österreichischen und deutschen Waldbesitzern zusammen mit Vertretern der Holzwirtschaft initiiert. Die ersten durch PEFC anerkannten Zertifikate erfolgten im Jahr 2000. Ein Jahr später wurden auch in der Schweiz die ersten von PEFC anerkannten Waldzertifikate vergeben.
 
Während gerade Umweltorganisationen die Waldzertifizierung als geeignetes Instrument sehen, um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zu garantieren, macht sich auf Seiten der Waldbesitzer zunehmend Ernüchterung breit, da ihre Hoffnungen, eine Absatzsteigerung oder gar einen Mehrerlös zu erzielen, nur in sehr geringem Umfang erfüllt wurden. Für die Forstbetriebe stellt die Zertifizierung somit nur in wenigen Fällen eine Möglichkeit dar, sich gegenüber den Wettbewerbern zu differenzieren. Sie ist in Einzelfällen indes mittlerweile Voraussetzung, um überhaupt Holz absetzen zu können. Im internationalen Vergleich gewinnt man zudem den Eindruck, dass durch das Prinzip von national formulierten Standards sowohl bei den Auflagen für die Forstbetriebe als auch bei den Kosten der Zertifizierung mit unterschiedlichen Massstäben gemessen wird.
 
Vor diesem Hintergrund stellt sich deshalb die Frage, was die Zertifizierung den Waldbesitzer tatsächlich kostet und welchen unmittelbaren bzw. mittelbaren Nutzen er daraus ziehen kann.
 
Zielsetzung der Studie
Ziel der vorliegenden Studie ist eine Analyse der Kosten der Waldzertifizierung sowie des daraus
resultierenden Nutzens für die Schweizer Waldwirtschaft. Die Ergebnisse werden im internationalen Kontext verglichen. Die Studie verfolgt folgende Einzelziele:
 
  • Analyse und Gegenüberstellung der Anforderungen an die Zertifizierung(Umsetzungsbedingungen) in den Ländern Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich und Tschechien.
  • Gegenüberstellung der Vorgehensweise bei der Zertifizierung (z.B. Form der Gruppenzertifizierung, Konsequenzen bei Verfehlungen).
  • Analyse des Verhältnisses zwischen Zertifizierungsstandards und der Schweizerischen Waldgesetzgebung.
  • Darstellung der aus Sicht der Schweizer Waldwirtschaft besonders umstrittenen Waldzertifizierungsstandards im Ländervergleich.
  • Analyse der Zertifizierungskosten.
  • Analyse und Vergleich des monetären und nicht- monetären Nutzens einer Zertifizierung (Mehrwert durch Zertifizierung).
  • Chancen- und Risikoanalyse für die Schweizer Waldwirtschaft im Hinblick auf die Zertifizierung (Zukunft Zertifizierung).
  • Aufzeigen und Bewerten verschiedener Handlungsoptionen für die Schweizer Waldwirtschaft.
Die Ergebnisse des Projekts dienen der Branche als Informations- und Entscheidungsgrundlage für die künftige strategische Positionierung im Hinblick auf eine Waldzertifizierung.