



| Fragen zur Zertifizierung |
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| Donnerstag, 09. Juli 2009 06:08 |
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Was empfehlen der WVSG+FL dem Kleinwaldbesizter zum Schluss, wenn es um die Waldzertifizierung geht?
Waldzertifizierung? Warum? Der Wald und das Holz haben allgemein ein ausgezeichnetes Image. Geniessen wir Waldeigentümer als Bewirtschafter des Waldes und als Produzenten des natürlichen Rohstoffes Holz diese Gunst? Durch nachhaltiges Handeln können wir es glaubwürdig darlegen. Eine marktkonforme Antwort kann die Zertifizierung des Waldes und der Holzverarbeitungskette bis zum Endprodukt sein. Das Zertifikat weist auf die besonderen Eigenschaften des Produktes hin. Es garantiert dem Käufer, das Holzprodukt aus kontrolliert nachhaltiger Nutzung und unter Einhaltung aller Gesetze und Verpflichtungen zu erwerben. Mit der Zertifizierung wird der Stand der Pflege und Bewirtschaftung des Waldes dokumentiert und mit einem Standard verglichen. Sie kann eingesetzt werden als Marketing- und als Betriebsführungsinstrument – sowohl für die grossen wie für die klein(st)en Waldeigentümer. Der Bereich der Holzproduktion wird auch künftig die Hauptquelle der Einnahmen aus dem Wald bleiben. Damit bleibt die Förderung des Holzabsatzes weiterhin unerlässlich. Diese Anstrengungen müssen noch verstärkt werden. Das Zertifikat öffnet den Einstieg in den (Wachstums-)Markt der Ökoprodukte. Aber auch die übrigen Leistungen des Waldes (Erholung, Natur usw.) sollen besser vermarktet werden können, indem die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Verantwortung durch die Waldeigentümer glaubwürdig dargestellt und kommuniziert wird.
Wir rechnen mit Kosten von rund 150`000 Franken für die Zertifizierungsdauer von 5 Jahren. Getragen wird dieser Betrag durch die Mitglieder des Waldwirtschaftsverbandes. Für die Kleinwaldbesitzer entstehen keine Kosten. Diese werden durch die Politischen Gemeinden getragen.
Sie haben erkannt, dass eine flächendeckende Zertifizierung der Wälder im Kanton, das Produkt Schweizer Holz stärkt und die Marktposition verbessert wird.
Ganz so schlimm ist es nicht. Wenn wir aber die Entwicklung in den letzten Jahren verfolgen, gehen wir davon aus, dass zertifiziertes Holz längerfristig noch mehr gefragt wird. Bei Engpässen, wie wir es in der heutigen Zeit der globalen Wirtschaftskrise vorfinden, kann zertifiziertes Holz einen Marktvorteil bringen. Mehrerlöse können nur in speziellen Sortimenten garantiert werden.
Löst zertifiziertes Holz einen Mehrpreis oder zahlt der Käufer für nicht zertifiziertes Holz weniger?
In der Regel zahlt der Käufer zwischen 1-5 Franken mehr. Die Holzmarkt Ostschweiz AG, Vermarktungsorganisation des Waldwirtschaftsverbandes vermarktet heute rund 40% seiner Mengen als zertifiziert. Im Ausland ist ein starker Marktvorteil.
Die Grossverteiler wie Migros und Coop verkaufen fast nur noch zertifizierte Holzprodukte. Die grösste Sägerei in der Ostschweiz kauft nicht zertifiziertes Holz nur noch gegen einen Abschlag von 3 Franken ein. Die Papierhersteller in der Schweiz und Deutschland benötigen grosse Mengen an zertifiziertem Holz. Auch die Bürstenfabrik in Ebnat-Kappel verwendet nur noch FSC-Holz.
Die ganze Zertifizierung beruht auf einer privatrechtlichen Basis. Das heisst; sie ist nicht zwingend. Ein Eintritt zu einem späteren Zeitpunkt ist aber aus administrativen Gründen nicht mehr möglich. Austreten kann man jederzeit. Es braucht nur einen kurzen Brief ( Austrittserklärung ) an den Waldwirtschaftsverband mit der genauen Adresse und Parzellennummern. Diese Meldung wird dann dem zuständigen Förster weitergeleitet.
Auf der Liste sind 16 Punkte aufgeführt. Sie beginnen mit der Einhaltung der kantonalen Gesetze bis hin zur Benützung von Sonderkraftstoffen. Die meisten dieser 16 Punkte sind heute bereits gültig aufgrund der kantonalen Gesetzgebung. Einige Punkte versuchen im Bereich Arbeitssicherheit auf eine Reduzierung der Unfälle hin zu wirken. Es sind z.B. Vorschriften über das Tragen einer SUVA- konformen Schutzausrüstung wie Helm, Handschuhe, waldtaugliches Schuhwerk und Sägeschutzhosen. Auch wird verlangt, dass man Holzereiarbeiten nur an ausgebildetes Personal vergeben wird.
Nein auf keinen Fall. Es ist auf kantonaler Ebene nicht vorgeschrieben, dass man ohne Holzereikurs keine Waldarbeiten mehr ausführen darf. Es ist vielmehr gemeint, wenn jemand Waldarbeiten ausführt, er diese auch fachmännisch und sicher macht. Auch der Waldwirtschaftsverband bietet solche Holzerkurse an. Diese sind für Jedermann nützlich. Wir haben viele Bauernakkordanten, welche über sehr gute Maschinen verfügen und genügend Erfahrung vorweisen, um eine sichere Waldarbeit zu gewährleisten. Unser Ziel ist es, möglichst schonende Waldpflege zu betreiben und die Unfälle zu reduzieren. Beim Aufarbeiten der Sturmschäden von Lothar sind im Jahre 2000 praktisch alle tödlichen Unfalle auf Alleinarbeit im Wald oder auf Landwirte mit schlechter Ausrüstung zurückzuführen.
Wir haben kein neues Kontrollorgan in die Welt gerufen. Die Kontrolle findet bei der üblichen Beratung und Holzanzeichnung oder beim Holz-Einmessen durch den örtlichen Förster statt.
Das ganze System ist nicht auf 100% Erfüllung ab sofort ausgerichtet. Es basiert mehr auf Verbesserung, Eigenverantwortung und gutem Willen. Wenn nun ein Waldbesitzer einen Punkt offensichtlich nicht einhält, wird der Förster mit ihm eine Verbesserung absprechen. Falls der Waldeigentümer sich auf keinen Fall an die Erfüllung der Punkte hält, droht ihm der Ausschluss von der Zertifizierung.
Sonderkraftstoffe sind Umweltfreundliche Treibstoffe für Motorsägen. Sie sind weitgehend frei an Benzol, Reizgasen und Aromaten. Benzol ist ein starker Krebserreger, welcher sich im bleifreien Benzin befindet. Mit den Sonderkraftstoffen reduzieren wir den Benzolwert deutlich. Etwa ein Drittel des eingesetzten Benzins gelangt bei Zweitaktmotoren unverbrannt als Abgase in die Umgebungsluft des Maschinenführers. Er ist diesen Abgasen stark ausgesetzt und seine Atemluft wird während der gesamten Laufzeit des Motors mit grossen Mengen von gesundheitsschädlichen, insbesondere krebserregenden Stoffen belastet. Aus diesem Grund haben die meisten Forstbetriebe bereits auf Sonderkraftstoffe umgestellt. Weitere Vorteile gegenüber den herkömmlichen Treibstoffen sind auch; Eine minimale Verrussung des Motors und die daraus resultierende längere Lebensdauer des Motors. Da dieser Benzin bereits mit Öl gemischt ist, kann keine falsche Oel-Benzinmischung mehr gemacht werden, die zu Maschinenschäden führt. Auch wenn der Treibstoff lange stehen bleibt entsteht keine Entmischung des Schmieröls. Gerade bei Landwirten, welche die Motorsäge nur saisonal brauchen, bringt dieser Sonderkraftstoff etliche Vorteile.
Viele Landmaschinengeschäfte, Tankstellen oder Forstbetriebe bieten solchen Treibstoff an.
Was empfehlen der WVSG+FL dem Kleinwaldbesizter zum Schluss, wenn es um die Waldzertifizierung geht?
Wir möchten alle Kleinwaldbesitzer aufrufen an der Waldzertifizierung teilzunehmen. Sie erreichen einen Marktvorteil und sagen Ja zum Schweizer Holz. Es entstehen für den einzelnen Kleinwaldeigentümer keine Kosten. Diese werden durch Kanton, Politische Gemeinden und WVSG+FL getragen. Jeder einzelne kann nur profitieren und hilft die Waldarbeit sicherer und unfallfreier zu gestalten. Der Wald und das Holz haben ein ausgezeichnetes Image. Mit der Zertifizierung kommunizieren wir es.
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