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Holzmarktbericht 4-2017

289 188 SturmholzDas sturm- und käferbedingte Rundholzangebot ist derzeit das Hauptthema am Markt. Sägewerke beurteilen die steigenden Nadelschnittholzpreise als äusserst positiv. Die jüngste Abschwächung des Frankens wirkt sich positiv auf die Wirtschaft aus. Indust-rieholzwerke sind gut mit Rohstoff versorgt, Lieferungen laufen planmässig. Seit Jahren besteht bei der Eiche ein starker Verkäufermarkt.

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Holzmarktbericht 3-2017

borkenkaefer 289 188Die Handelsstreitigkeiten zwischen den Nachbarn USA und Kanada weiten sich aus. Pfeifer Holz investiert in Lauterbach DE, 30 Mio. Euro in eine BSP-Anlage. Die Schweizer Konjunktur hat sich zu Jahresbeginn weiter verbessert. Gemäss Schweizer Holzmarktkommission steigen die Nadelrundholzpreise über alle Sortimente um Fr. 3.- pro fm. Die Kantone St. Gallen und Thurgau haben im Jahr 2016 -7% weniger Holz geerntet.

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Holzmarktbericht 2-2017

Winterpappel 289 188Kronospan investiert in Weissrussland 210 Mio. US-Dollar. Holzindustrien in Rumänien leiden wegen Rundholzmangel. US-amerikanische Mercer-Gruppe kauft Sägewerk in Thüringen. Rundholzversorgung im Tirol wird knapp. Motion Gesamtgewicht 40 auf 44 Tonnen wurde abgelehnt. Die Ostschweizer Sägewerke sind genügend mit Rundholz eingedeckt. 15-16. September Tag des Schweizer Holzes.

Internationale Holzmärkte
Der Plattenhersteller Kronospan will in Weissrussland 210 Mio. US-Dollar in die Holzverarbeitung investieren. Es sollen über 120 Arbeitsplätze geschaffen werden. Falls Kronospan für die Aufforstung sorge, biete Präsident Lukaschenko günstigere Pachtbedingungen. Zudem sollen langfristige Direktabnahme-Verträge mit dem Forst abgeschlossen werden.

Die US-Nadelschnittholzpreise befinden sich auf einem Höhenflug. Aktuell werden 442 US-Dollar / 1000 bft. bezahlt. Für europäische Exporteure dämpft der Wechselkurs den Höhenflug etwas. Mit 263 € / m3 liegt das Preisniveau um fast 45 €/m3 höher als vor einem Jahr.

Rumänien kämpft zurzeit mit einem Rückgang der inländischen Holzernte. Zudem fehlen Rundholzmengen aus der Ukraine, die aufgrund eines Exportverbotes der Ukraine nicht mehr laufen. Österreichische Unternehmungen, welche Produktionen in Rumänien betreiben, halten ihre Werke dort mit Ganzzügen aus Österreich und Deutschland am Laufen.

Deutschland
Die US-amerikanische Mercer-Gruppe hat im Februar das letzte, noch im Besitze der Klauser-Gruppe gehörende Sägewerk in Friesnau  Thüringen gekauft. Mercer betreibt in Deutschland bereits zwei Zellstoffwerke und verfügt über ein funktionierendes Landesweites Einkaufssystem. Das Unternehmen hat bereits bei der ersten Stellungsnahme Wachstumsziele vorgegeben. Von einer Rückkehr zu einem Drei-Schichtbetrieb wird ausgegangen. Klausner hatte dazumal die Produktion stark gedrosselt, was dazu führte, dass sich die Rundholzströme nach Süden verlagerten. Mit dem Hochfahren der Produktion (ca. +600‘000fm) dürften sich die Warenströme wieder stark ändern, zumal die Verträge mit den Bayrischen Staatsforsten ausgelaufen sind und Thüringen diese Mengen alleine nicht bereitstellen kann.

Die Holzernte in Baden-Württemberg und Bayern ist geordnet verlaufen und die Schadholzmengen und Folgeschäden aus dem Sturm Niklas konnten weitgehend beseitigt werden. Langsam beruhigt sich die Situation in diesen Regionen wieder. Mit einer möglichen Preiserhöhung von +3 Euro/fm wäre wieder das mitteleuropäische Preisgefüge erreicht.

Die Forstkammer als Interessenvertretung des Kommunal- und Privatwaldes in Baden-Württemberg befindet sich seit Jahren in einem Rechtsstreit mit dem Bundeskartellamt. Auch das Oberland Gericht Düsseldorf hat nun den Entscheid des Bundeskartellamtes vollumfänglich bestätigt. Im Kern geht es um die Rundholzvermarktung des Försters für die Waldeigentümer. Aus Sicht der Forstkammer wird das Allgemeinwohl nicht gewichtet. Die Förster hatten seit Jahren sämtliches Holz des Kommunal- und Privatwaldes vermarktet. Dies ist gemäss Kartellrecht nicht zulässig. Der lange Rechtsstreit verhindert eine Neuorganisation in der Rundholzvermarktung und die Forstkammer kann ihre Tätigkeiten nicht Vollumfänglich zum Wohle der Waldeigentümer umsetzen.

Österreich
Die Preise für das Leitsortiment der Fichte sind stabil. Für Fichten – Trämel Qualität B/C Mischpreis Stärkeklasse 2a-3b wurde 92.74 €/m³, (CHF 98.30) bezahlt. Der Preis für das Hauptsortiment ist damit im März stabil geblieben. Die Fichte Qualität CX (D) ist stark gestiegen 69,61 €/m³, +4,4%, (CHF 73.80).
Mit Ausnahme der jahreszeitlich üblichen Strassensperren im Süden Österreichs erfolgt der Holzabtransport aus dem Wald zeitnahe, wodurch aktuell auch keine nennenswerten Waldlager vorhanden sind. Der Schneeschmelze folgend verlagert sich die Holznutzung zunehmend in die Gebirgsregionen. Kleinregional aufgetretene Kalamitäten werden zügig aufgearbeitet.

Am Laubsägerundholzmarkt ist die Eiche weiterhin sehr rege nachgefragt, sie hat im Vergleich zum Vorjahr auch preislich deutlich angezogen. Der Absatz von starkem, äusserlich glattem Rotbuchenholz ist wieder möglich. Der Markt bei Esche ist aufgrund der umfangreichen Zwangsnutzungen überlastet.  Zu Ende des Winters hat sich der Energieholzmarkt etwas belebt. Vor allem die Wiederinbetriebnahme grösserer Biomassekraftwerke in Oberösterreich sollte die Nachfrage steigen lassen. Die Lage bei Qualitätshackgut hat sich leicht entspannt. Eschenfaserholz muss aufgrund der aktuellen Überversorgung im Plattenholzbereich verstärkt für die thermische Verwertung verwendet werden.

Die Tiroler Holzindustrien waren im März gut versorgt worden. Nun werden wieder grössere Einkauftouren gemacht, um sich die Mengen für April bis Juli zu sichern. Preiserhöhungen wurden bislang noch keine bekannt. Die Werke versuchen die nächsten Monate zu überbrücken und rechnen wieder mit grösseren Mengen Käferholz. Falls die Kalamitätsmengen bis zu den Sommerferien ausbleiben, dürften die Preise aber rasch ansteigen.

Europa
RAIBA 02 17Das grosse Problem innerhalb der Eurozone ist die unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Länder. Damit die Währungsunion erfolgreich sein kann, müssten sich diese Unterschiede zurückbilden. Beispielsweise bei den Lohnstückkosten haben sich die Divergenzen seit der Einführung des Euro im Jahr 1999 sogar ausgeweitet. In Deutschland sind die Lohnkosten für die Produktion der gleichen Menge an Gütern heute um rund 20% höher als 1999. In Italien beträgt das Plus hingegen wesentlich höhere 44% (siehe Grafik).
Gleichzeitig hätte sich die Arbeitslosigkeit über den Zeitraum der vergangenen 15 Jahre aufgrund der Arbeitsmarktmobilität immer mehr angleichen sollen. Dies ist jedoch nicht geschehen. Im Januar 1999 betrug die Arbeitslosenrate in Italien 11.1%, diejenige Deutschlands rund 9%. Momentan weist Italien eine Arbeitslosenrate von 11.9% aus, während Deutschland mit 3.8% erheblich besser dasteht. Es bestehen immer noch zahlreiche Hindernisse für eine wirtschaftliche Anpassung der Eurozonenländer: darunter administrative Hürden, sprachliche und ausbildungstechnische Unterschiede, sowie auf Länderebene definierte Sozialwerke und Regulierungen des Arbeitsmarkts.

Kein Wille für eine gemeinsame Fiskalpolitik
Leider sieht es momentan nicht danach aus, dass die gegenwärtigen Regierungen die Integration der Eurozone vorantreiben können. Die betroffenen Länder tun sich schwer mit den sogenannten struktu-rellen Reformen. Solche würden beispielsweise die rechtliche Situation auf dem Arbeitsmarkt der ein-zelnen Länder besser austarieren, oder auch die Sozialwerke wieder nachhaltiger aufstellen.


Schweiz

Motion Gesamtgewicht 40 auf 44 Tonnen abgelehnt
Der Ständerat hat am 15.03.2017 eine Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts für Holztransport-LKW abgelehnt. Der Nationalrat hatte zuvor am 21. September 2016 den Antrag des Nationalrats Jean François angenommen. Mit Hilfe eines von 40 t auf 44 t steigenden zulässigen Gesamtgewichts bei Holztransporten soll die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Holzindustrie gestärkt werden. Die Ableh-nung im Ständerat wird damit begründet, dass die Verkehrsinfrastruktur stärker belastet wird. Auch kann nach Einschätzung der Kantonsvertreter der nicht zuletzt durch den starken Franken entstandene Wettbewerbsnachteil der Schweizer Sägewerke, Holzwerkstoff- und Papierindustrie nicht durch schwerere Rundholz-LKW ausgeglichen werden. Neben dem Ständerat werden Ausnahmeregelungen beim Holztransport auch vom zuständigen Verkehrsministerium abgelehnt. Dort werden Forderungen weiterer Branchen befürchtet, sollte der Holzindustrie nachgegeben werden.

Ostschweiz
Im Privatwald wurde das kalte Wetter im Januar genutzt und genügend Holz bereitgestellt. Das Rundholz wird traditionell auf der Wiese gelagert. Die geringen Schneemengen und der milde Frühling liessen die Vegetation schnell voranschreiten, was wiederum zu einem hohen Druck auf die Abfuhr der Wiesenmengen führt. Insgesamt dürften die Ostschweizer Sägewerke  genügend mit Rundholz eingedeckt sein. Die Waldlager werden nun zur Werterhaltung chemisch behandelt, damit ein Befall durch Schädlinge vorgebeugt werden kann. Mit den gelagerten Rundholzmengen wird die Versorgung der Betriebe bis zu den Sommerferien hin gesichert. Geplante Frischholzschläge müssen diesbezüglich genau koordiniert werden, damit die laufende Abfuhr gewährleistet werden kann.

Die Ostschweizer Betriebe melden eine hohe Auftragslage bis in den Sommer hinein. Immer mehr Kunden fragen Holz mit der Herkunft Schweiz nach. Eine erfreuliche Situation für die HSH zertifizierten Betriebe. Sägewerke welche Schnitthölzer mit dem Label «Schweizer Holz» verkaufen möchten, müssen über ein Label mit Lizenznummer verfügen. Anhand dieser Nummer wird die Nachverfolgung des Produktes vom Wald bis zum Konsument sichergestellt. Kauft ein Sägewerk von einem Schweizer Waldbesitzer das Holz direkt, kann die benötigte Lizenznummer von der Holzliste des jeweils zuständigen Revierförsters entnommen werden. Der kantonale Waldwirtschaftsverband ist Lizenzträger für seine Waldeigentümer im Verbandsgebiet. Wird aber Rundholz von einem Händler oder Forstunternehmer gekauft, muss dieser zwingend über eine eigene HSH Lizenznummer verfügen, ansonsten wird die Nachverfolgungs-kette unterbrochen. Das Holz darf dann nicht mehr als Schweizer Holz deklariert werden, auch wenn dieses von einem Schweizer Waldeigentümer stammt.

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Industrieholz
Die Industrieholzwerke sind gut mit Rohstoff versorgt. Bei Kronospan laufen die Übernahmen etwas gedrosselt, aber im Rahmen der Verträge.  Beim Schleifholzwerk Perlen Papier, sind Schleifholzliefe-rungen im vertraglichen Rahmen möglich. Im Export laufen die Industrieholz-Sortimente, aber auch hier sind die Mengen an Rahmenverträge gebunden. Zurzeit läuft die Nachfrage nach Brennholzsortimenten zufriedenstellend.

empfehlungen

Unbedingt  intensive  Kontrolle  der Fichtenbestände.  Befallene Käferbäume sofort fällen und vermarkten.

Frischholzschläge  nur beginnen, wenn die Preise und rasche Übernahme gesichert sind.

Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. und 2. Klasse (Schleifholz/Plattenholz).

Laubholz
Der Laubholzmarkt neigt sich langsam dem Ende zu. Es konnten normale Mengen übernommen werden. Insgesamt hat sich der Markt stabil verhalten. Weiter unter Druck ist die Esche. Das grosse Aufkommen an Esche aufgrund der Eschenwelke führte zu einem weiteren Preisdruck. Ein Ende ist hier leider nicht absehbar. Die landesweiten Wertholzsubmissionen melden durchs Band gute Erlöse. Stark im Trend liegen weiterhin dunkle Hölzer wie Eiche, Ulme und Nussbaum.

Wertholzsubmissionen 2017
Die Wertholzsubmissionen, konnten auch in diesem Jahr wieder erfolgreich abgeschlossen werden. Insgesamt wurden auf den fünf Plätzen, Buchs, Kaltbrunn, Henau, Güttingen und Neuwilen 2025 Fest-meter Laub- und Nadelholz im Werte von Fr. 813‘000.- verkauft. Speziell die Ulme erfreute sich sehr guter Nachfrage, Spitzenstämme erlösten bis zu 1750 Franken pro Festmeter. Der Durchschnittspreis lag bei Fr. 710.-/ fm.  Der wertvollste Stamm, ein Riegelahorn, auf dem Submissionsplatz Güttingen erzielte einen Festmeterpreis von Fr. 9973. Auf dem Platz in Henau erzielte ein Nussbaum mit über ei-nem Meter Durchmesser und 2.67 fm, einen Festmeterpreis von Fr. 3450.- und  wechselte seinen Be-sitzer für Fr. 9539. Den grössten Anteil am Erfolg bildeten die hauptsächlich auf den Plätzen Güttingen und Neuwilen liegenden Eichen. Die 367 fm Eichen trugen mit rund Fr. 260‘000.- den grössten Anteil zum Umsatz bei. Das Höchstgebot bei der Eiche lag bei Fr. 1620.- / fm.

Waldzertifizierung Gruppe Ostschweiz
Die Arbeitsgruppe befasst sich aktuell mit der anstehenden Erneuerung des FSC Zertifikates auf Oktober 2018. Dabei wird auch der Ausstieg aus FSC geprüft. Am 13. Juni 2017 findet eine Informations-veranstaltung mit der Holzverarbeitenden Industrie statt. Dabei geht es die Bedürfnisse und Schwierig-keiten der Wald- und Holzindustrie anhand des neuen FSC Standards auszutauschen und Lösungswege aufzuzeigen.

Holzmarktbericht 1-2017

WinterpolterRusslands jährlicher Holzzuwachs wird gemäss Forstbehörde auf 994 Mio. fm beziffert. Der Preis für das Tiroler Leitsortiment Fichte B/C bleibt stabil. Die Schwerverkehrsabgabe (LSVA) wurde per 01. Januar 2017 erhöht. Transportpreise steigen um rund 2%. Die langanhaltende kalte Witterung beschert den Waldeigentümern optimale Bedingungen für die Holzernte.

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Holzmarktbericht 5-2016

Holzpolter 289-188Von Januar bis August 2016 wurden in Deutschland 245‘300 Wohneinheiten genehmigt. Der Preis für das Tiroler Leitsortiment Fichte Qualität B/C ist im Oktober wieder leicht gesunken. Schweizer Wirtschaft ist im zweiten Quartal deutlich stärker gewachsen als erwartet. Die Ostschweizer Richtpreisempfehlungen finden Akzeptanz am Markt. Angebot und Nachfrage sind ausgeglichen.

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