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Holzmarktbericht 5-2011 Drucken E-Mail

Der lang totgeglaubte Standort der Firma Häupl in Vöcklamarkt, Oberösterreich wird wieder aktiviert. Die Holzindustrie Pfeifer hat zwei Baurechte sowie die bestehenden Werkshallen in Domat Ems, für 2,05 Mio. Schweizer Franken erworben. Die baden-würtembergischen Fichtenrundholzpreise haben die 100 € Marke überstiegen. Rekordgewinn für die Bayerischen Staatsforsten. 63 Millionen Euro blieben unterm Strich übrig.

Internationale Holzmärkte
Der globale Sägerundholzpreis-Index erreichte aufgrund starken Schnittholz-Konsums im II. Quartal ein 16-Jahreshoch. Die stärksten Preisanstiege wurden in den Ländern Lettland, Polen, Japan, Russland und Deutschland verzeichnet. Die starke Bedarfsnachfrage ist weniger auf traditionelle Verbraucherländer zurückzuführen, sondern auf Länder wie China oder den Levanteraum. Westeuropa, Japan und China verzeichnen die höchsten Rundholzpreise, während in Westkanada, Chile US-Süden und Russland die Preise unter dem Weltmarktniveau liegen.

Skandinavien
Die Skandinavischen Sägewerke tun sich im 2011 schwer. Finanzkrise, eigene starke Währung und die Unsicherheiten am Markt lassen die Gewinne der Konzerne schrumpfen. Stora Enso, Helsinki musste in der Division Wood Products, Umsatzeinbussen von 11% innert einem Quartal hinnehmen. Der operative Profit brach gleich um 72% weg und beträgt nur mehr 9.8 Mio. Euro. Södra, Vaxjö / SE, verliert bei Umsatz und Gewinn. Von Januar bis September wurden Waren im Wert von 1.5 Mrd. Euro umgesetzt. Das sind um 6.9% weinger gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres. Das Betriebsergebnis brach daraufhin um 56% auf 96.6 Mio. Euro ein.

Deutschland
Die baden-würtembergischen Fichtenrundholzpreise haben die 100 € Marke überstiegen. Die neuen Preise des Landesforstbetriebes ForstBW liegen für frisch bereitgestelltes Fichtenstammholz B L2b bei 102€/fm (Fr. 125.-). Die Preise bei der Tanne liegen um 4€/fm (Fr. 5.-) tiefer. Langholz in der Qualität C liegt bei 87€/fm (Fr. 107.-). Die Preise wurden bis Ende März vereinbart.
So umstritten die Bayerischen Staatsforsten wegen ihres Geschäftsgebarens sind, so gross ist ihr wirtschaftlicher Erfolg. Mit 340 Millionen Euro Umsatz und einem Gewinn von 62 Millionen Euro erzielte das Staatsunternehmen im vergangenen Jahr einen neuen Rekord. Auf 720`000 Hektaren wurden 5.14 Mio. fm Holz geerntet. Nicht einmal im Kyrill-Jahr 2007 wurde der heurige Umsatz erreicht. Den größten Profit hat der Freistaat Bayern. Von dem Überschuss fließen 45 Millionen in seine Kassen.

Österreich
Der lang totgeglaubte Standort der Firma Häupl in Vöcklamarkt, Oberösterreich wird wieder aktiviert. Das 60 Hektaren Gelände mit einer Spanerlinie und einem Starkholzsägewerk wurde von der Firma VH-Holz gekauft. Die Anlage wird im November hochgefahren und bis Ende Jahr dürften 40`000 fm Rundholz eingeschnitten werden. Für das Jahr 2012 hat sich der neue Eigentümer einen Einschnitt von 400`000 fm als Plan gesetzt.
Österreich und speziell die Region um Vöcklamarkt in Oberörsterreich gehört zu den Regionen, welche die höchste Dichte an Sägewerkskapazitäten in ganz Europa aufweist. Mit der Aktivierung des Häupl Standortes wird wohl die bereits heute gehaltene Knappheit beim Rundholz noch weiter verschärft werden. Aus dieser Sicht wird die Aktivierung seitens der Branche als extrem kritisch angesehen. Es steigt die Befürchtung, dass mit dem billigen und durch Banken finanzierten Kauf die Fixkosten sehr tief gehalten werden können und somit die bestehenden Betriebe das Nachsehen haben. Die Frage lautet dann; Wer ist der Nächste der Konkurs geht?
Die westlich gelegenen Werke im Bundesland Tirol müssen aufgrund der stark gestiegenen Rundholznachfrage im Osten und Deutschland, zwangshaft noch weiter nach Westen ausweichen. Und hier liegt nun gerade die Schweiz. Von Tirol nach Wien sind es rund 550 km. Von Domat Ems nach Tirol gerade einmal 170 km und von Bern nach Tirol circa 360 km. Die Schweiz liegt somit transporttechnisch gesehen, mit ihrem dichten Verladenetz auf der Bahn, in guter Reichweite.

Schweiz
Die Holzindustrie Pfeifer AG mit Sitz in Zug – ein Tochterunternehmen der Pfeifer-Group hat zwei Baurechte über insgesamt 215'000 m² sowie die bestehenden Werkshallen in Domat/Ems, für 2,05 Mio. Schweizer Franken erworben. Mit diesem Kauf geht das Seilziehen um den Standort Domat Ems in die nächste Runde. Der Firma Klausner Holz Thüringen GmbH gehören die Werksanlagen, welche bis spätestens zum Jahresende abgebaut sein müssen. Die Holzindustrie Pfeifer hat das Baurecht und die Gebäude erworben. Damit an diesem Standort wieder gearbeitet werden kann, werden die beiden Parteien sicher miteinander verhandeln. Dies hat auch die Holzindustrie Pfeifer angekündigt. Sie werde in den nächsten Monaten verschiedene Ausbauvarianten für den Standort Domat Ems auf ihre Machbarkeit prüfen und das bestehende Konzept mit allem Nachdruck weiterentwickeln. Die detaillierte Ausarbeitung eines solch komplexen Vorhabens benötigt allerdings seine Zeit.
Insiderkreise wollen schon wissen, dass in Domat Ems ein Starkholzsägewerk gebaut wird, welches die Schweiz dringend bräuchte um die Nutzung wieder zu erhöhen. Ob sich dies bewahrheitet und für den Betreiber und den Waldbesitzer rechnet, wird sich weisen. Wer aber der Meinung ist, dass die Firma Pfeifer nur das Starkholz kaufen möchte und das noch so begehrte Schwachholz an Schweizer Sägern überlassen wird, hat falsch kalkuliert. Falls sich die Gerüchte bewahrheiten, hätte die Ostschweiz ein Werk, welches die gesamte Palette von Schwach- bis Starkholz übernehmen könnte.
Das Projekt am Standort Domat Ems kann nur dann erfolgreich sein, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen und sich der Thematik Wald, Holz und dessen Nutzungsmöglichkeiten bewusst sind. Auch ist sich dies die Firma Pfeifer ausdrücklich im Klaren, dass sie nicht nur ein Recht – in diesem Falle ein Baurecht – sondern eine damit verbundene Verpflichtung für die Entwicklung der Region erworben hat. Ein mutiger Schritt, welcher aus Sicht der Waldseite auf alle Fälle unterstützt werden darf.

Das Bankensystem unter extremen Stress
Seitdem am EU-Gipfel Ende Juli beschlossen wurde, dass die privaten Gläubiger Griechenlands sich an der Entschuldung beteiligen sollen, haben europäische Bankaktien rund 40% an Wert eingebüsst und wieder die Niveaus in der Finanzkrise erreicht. Diese Beteiligung wurde zwar als einmalig und nur Griechenland betreffend deklariert. An den Märkten wird dies jedoch bezweifelt. Da europäische Banken grosse Bestände an problematischen EWU-Staatsanleihen besitzen, wären sie von ähnlichen Lösungen für weitere Länder stark betroffen. Die Schwäche übertrug sich aber auch auf den Bankensektor weltweit, weil internationale Banken untereinander über kurzfristige Ausleihungen stark verflochten sind.

Die Abkühlung der globalen Dynamik wird auch an der Schweiz nicht spurlos vorübergehen. Mit der Festlegung einer Untergrenze für den Euro bei CHF 1.20 durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist immerhin keine weitere Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit zu befürchten. Diese Untergrenze wird die SNB auch in einer neuerlichen Zuspitzung der Schuldenkrise verteidigen. Wie lange die KMUs und exportorientierten Unternehmungen diesem Tiefstand trotzen können ist nicht klar. Gerade in der Holzindustrie beginnen Strukturen wegzubrechen. Dies führt zu Ausfällen von Produktionsstandorten in der Schweiz, welche den Waldeigentümer nachhaltig negativ beeinflussen werden, da die Holzmengen umso weiter transportiert werden müssen und schlussendlich die Wertschöpfung ins Ausland verlagert wird. Positiv wirken die anhaltende Immigration sowie die extrem niedrigen Zinsen. Sie sorgen für eine fortgesetzt positive Baukonjunktur, welche eine Stütze für die Schweizer Wirtschaft darstellt.


Ostschweiz
Die aktuelle Auftragslage der Sägereien in der Ostschweiz ist gut. Aufgrund des milden Wetters laufen die Bauarbeiten immer noch auf Hochtouren. Auch im Innenausbau und Renovationen boomt der Markt. Viele Handwerker können mit der Nachfrage nicht mithalten. Es profitieren vor allem Betriebe, welche sich auf Modulhausbau und Elemente spezialisiert haben. Hier sind die Produkte nicht direkt mit ausländischen Produkten vergleichbar. Bei den Rohwaren hingegen ist der Kampf aufgrund des starken Frankens massiv. Hier können die Standardprodukte eins zu eins mit dem EU-Markt verglichen werden. Gesunkene Preise bei den Restholzprodukten, welche zum Grossteil nach Menznau geliefert werden, belasten die Betriebe.


Die meisten Ostschweizer Betriebe rechnen mit einem normalen Rundholzbedarf bis Ende Jahr. Die kurzfristige Auftragslage lässt noch keine Aussicht ins 2012 erkennen. Der Bedarf dürfte aber aufgrund der hohen Bautätigkeit im normalen Rahmen der Vorjahre liegen.

Aussichten
Die Nachfrage nach frischem Nadelrundholz ist gross. Verschiedene Ostschweizer Betriebe benötigen laufend Frischholz. Verarbeiter, die marktgerechte Holzpreise zu branchenüblichen Bedingungen bieten, sollen jetzt beliefert werden. Die Waldwirtschaft sollte die Zeit nutzen und bei Nachfrage Holz be-reitstellen. Die Holzvermarktungsstelle hat für sämtliche Sortimente viele gute und langjährige Holzab-nehmer im In- und Ausland. Interessierte Lieferanten können sich bei der Holzvermarktungsstelle mel-den. Tel. 071 375 60 90 oder E-Mail: . Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.


Industrieholz
Mit der bis sicher Ende Jahr anhaltenden Anfuhrkontingentierung bei Kronospan in Menznau dürften die Waldlager beim Industrieholz weiter ansteigen. 1.Klasse Schleifholz soll demzufolge sauber von der 2.Klasse Plattenholz getrennt gelagert werden. Die Lieferungen an die Papierindustrie mit frischem Schleifholz laufen planmässig.

Dringende Empfehlung

Frisches Nadelrundholz auf den Markt bringen, sofern die Übernahme gesichert ist und die Zah-lungsbedingungen stimmen.

Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. und 2. Klasse (Schleifholz/Plattenholz).

Buchenstammholz möglichst vor Jahresende auf den Markt bringen. Unbedingt vor Schlagbeginn mit Käufer absprechen.

Wertholzsubmissionen SG / Bodenseeholzgant TG
Die Wertholzverkäufe werden im Kanton St.Gallen koordiniert und unter dem Dach der Holzmarkt Ost-schweiz AG ausgeschrieben. Der gemeinsame Ausschreibungstermin und die Vergabe ermöglichen es den Käufern, innert kurzer Zeit grössere Mengen zu erwerben, was sich schlussendlich positiv auf den Holzpreis auswirkt. Für die St.Galler, Liechtensteiner und Appenzeller Waldbesitzer stehen drei Plätze in Buchs, Henau und Kaltbrunn zur Verfügung.

Termine für die Plätze Henau, Buchs und Kaltbrunn:

Letzter Tag für die Holzanfuhr ist der 27. Januar 2012

Versand Offertlisten und Bereitstellung auf der Webseite 07. Februar 2012

Frist für Offerteingabe an die Verkaufsleitung 26. Februar 2012

Die Stämme müssen bis Ende Januar bereitgestellt werden. Ihr Revierförster gibt Ihnen gerne Auskunft darüber und organisiert den Transport auf einen der Plätze.
 
Im Kanton Thurgau findet die 11. Bodensee-Wertholz-Versteigerung wie folgt statt: 6. März 2012, Bürgerhalle Tägerwilen

Qualitäten und Baumarten:
Guten Absatz finden die Baumarten Esche, Eiche und Ulme. Der Ahorn ist vor allem in den Furnierqua-litäten gut verkäuflich. Auch Nussbäume, sowie sämtliche Obstbaumarten sind gesucht. Der Kirschbaum wird wenig nachgefragt. Beim Nadelholz werden vor allem die seltenen Hölzer wie Lärche und Föhre nachgefragt. Bei der Fichte sind nur die Spitzenqualitäten in geringen Mengen gefragt. Bei der Tanne ist kaum eine Nachfrage vorhanden. Einzelne Spitzenqualitäten lassen sich absetzen. Zudem findet die Thurgauer Mittelwaldfichte mit ihrer besonderen Qualität sehr guten Absatz.

Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte
Die Übergangsfrist für die Deklaration von Holz und Holzprodukten läuft im Dezember 2011 aus. Ab diesem Zeitpunkt müssen alle Produkte beim Endverbraucher deklariert werden. (Bundesgesetz 2010 SR 944-021). Es muss nur gegenüber dem Endverbraucher deklariert werden. Zum Beispiel wenn ein Waldbesitzer Brennholz, Bänke oder Finnenkerzen verkauft. Rundholz, welches an ein Sägewerk ver-kauft wird, muss nicht deklariert werden. Christbäume müssen ebenfalls nicht deklariert werden. Unter die Deklarationspflicht fallen nur die Produkte mit den Zolltarifnummern 4401 / 4403.

Das folgende Beispiel zeigt, wie richtig deklariert wird. Wo möglich sollte dies auf dem Produkt gesche-hen. Es kann aber auch auf dem Prospekt oder Rechnung/Lieferschein erfolgen.

Produkt Baumart lateinischer Name Herkunft

Brennholz Buche Fagus sylvatica Schweiz

Label Schweizer Holz
Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten legen zunehmend Wert auf Herkunftsdeklarationen. Deshalb hat die schweizerische Wald- und Holzwirtschaft das neue Herkunftszeichen Schweizer Holz eingeführt. Der Waldwirtschaftsverband wird seine Mitglieder im Frühjahr 2012 mit einem Merkblatt in-formieren. Ziel ist es, mit einfachen Mitteln die Deklarationspflicht gemäss Bundesgesetz zu erfüllen und zusätzlich mit dem Label Schweizer Holz zu verbinden, damit der Konsument dies besser wahrnimmt. Zur Zeit läuft beim Waldwirtschaftsverband Waad (LA FORESTIERE) ein Pilotprojekt. Aufgrund dieser Erfahrungen werden dann die kantonalen Verbände informiert. Die Lignum stellt ab Winter 2011 umfassende Werbemittel zur Verfügung. Mehr Informationen zu diversen Themen finden sie auch auf unserer Webseite www.waldsg.ch.