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Holzmarktbericht 4-2011 Drucken E-Mail

Im Jahr 2010 hat Japan 70.2 Mio. m3 Holz verbraucht. Das sind um 11.1% mehr als 2009. Rund 46 Mio. m3 wurden importiert. Der finnische Papierhersteller UPM hat angekündigt, das Werk in Albbruck DE zum Jahresende stillzulegen. Die aktuelle Währungssituation des starken Frankens trifft den Waldbesitzer hart. Steigende Importe von Schnittholz drücken auf die Preise. Die Nachfrage nach frischem Nadelrundholz ist bereits gross und wird noch weiter anziehen.

Internationale Holzmärkte

Das US-Handelsministerium rechnet mit 604`000 Hausbeginnen in diesem Jahr. Dies sind aber nur gerade einmal ein Drittel der Hausbeginne in der Boomphase vor Ausbruch der Finanz- und Immobilienkrise. Der kanadische Holzkonzern Canfor, Vancouver erzielte im II. Quartal 26.2 Mio. CAD Nettoprofit. Der hohe Gewinn ist allein auf den hohen Zellstoffpreis zurückzuführen. Die Schnittholzsparte rutschte im II. Quartal ins Minus. Den Grund für die Verluste sieht man beim schwächelnden Nachbarn USA. Die US-Wirtschaft erhole sich nur sehr langsam.

China-Japan

Im Jahr 2010 hat Japan 70.2 Mio. m3 Holz verbraucht. Das sind um 11.1% mehr als 2009. Rund 46 Mio. m3 wurden importiert. Knapp die Hälfte der eingeführten Menge wurden als Hackschnitzel oder Spreissel importiert. Diese werden zum Grossteil für die Papierproduktion verwendet. Im japanischen Wohnbau wird zwar Holz verwendet, doch steckt das energieeffiziente Bauen, ähnlich wie in den USA, noch in den Kinderschuhen. Beim Tsunami vom 11. März wurden mehr als 200`000 Gebäude zerstört. Das Erdbeben und der Tsunami haben 9 bis 14% der Infrastruktur in den betroffenen Bezirken beschädigt. Für den Wiederaufbau 2011 bis 2013 rechnet das japanische Cabinet Office mit Kosten von 25 Bio. Yen (187 Mia. CHF). Der Yen schwächt sich gegenüber dem Euro und dem US Dollar weiterhin ab. Dies bedeutet für die Japaner höhere Kosten bei den Importen. Solange Euro und Dollar sich aber paritätisch verhalten, haben beide Wirtschaftsregionen gute Chancen nach Japan zu exportieren.

Deutschland

Der finnische Papierhersteller UPM hat angekündigt, das Werk in Albbruck zum Jahresende stillzulegen. Die zwischen Basel und Schaffhausen gelegene deutsche Papierfabrik, war ein wichtiger Abnehmer von Schweizer Schleifholz und beschäftigt derzeit 577 Mitarbeiter. UPM hatte Ende 2010 den finnischen Konkurrenten Myllykoski Corporation und die dazu gehörende Rhein Papier GmbH mit sieben Werken übernommen. UPM will in Deutschland, Finnland und Frankreich pro Jahr 1,2 Millionen Tonnen weniger produzieren. Die Herstellung von Zeitungspapier soll um 110`000 Tonnen vermindert werden. Der Konzern teilte mit, dass bei UPM 1170 von insgesamt 24 500 Arbeitsplätzen wegfallen sollen.

In einem hart umkämpften Marktumfeld ist die deutsche Parkettindustrie auf einem guten Weg, die Krisen bedingten Rückgänge der Jahre 2008 und 2009 wieder auszugleichen. Während in den Jahren 2008 und 2009 die Parkettproduktion noch um jeweils 12,5 Prozent deutlich zurückgegangen ist (Wert: 8,2 Mio. m2), konnte sie sich im Jahr 2010 bereits um 13,2 Prozent auf 9,3 Mio. m2 erholen. Das erste Quartal 2011 lag zwar wieder um 3,2 Prozent im Minus, jedoch muss diese geringfügige Abwärtsentwicklung vor dem Hintergrund eines sehr guten Vorjahresquartals (+12,5 Prozent) gesehen werden.

Österreich

Mit 19.5 Mio. fm wurde im Vorjahr der höchste reguläre Holzeinschlag in der Geschichte Österreichs realisiert. Für dieses Jahr wird mit ähnlich hohen Erntevolumen gerechnet. Die beachtliche Nutzung kommt nur dank der hohen Rundholzpreise und den guten Abatzbedingungen zustande. Der Rundholzpreis ist in den letzten Jahren um mehr als 20% gestiegen und verharrt nun auf einem hohen Niveau, welches viele Waldbesitzer dazu veranlasst Holz zu ernten. Im Zuge des Umbaus der EU-Agrarsubventionen werden die Waldbauern investieren. Dazu brauchen Sie vermehrt Geld aus dem Holzverkauf.

Italien

Italien ist für die Schweiz wichtigster Abnehmer für Laubholz. Der starke Franken und die schwierige Situation bei der Kreditvergabe an italienische Sägewerke, lassen die Exportkanäle nach Italien versiegen. Die Zahlungsfähigkeit sinkt von Monat zu Monat. Die Sägewerke können sich, aufgrund der hohen Zinsen, diese Kredite nicht mehr leisten. Dies führt vermehrt zu kurzfristigen Bestellungen und längeren Zahlungsfristen.

Schweiz

Die Papierfabrik Sappi in Biberist Solothurn stellt ihren Betrieb nach 149 Jahren ein. Insgesamt 550 Mitarbeitende verlieren den Job. Der südafrikanische Konzern Sappi konnte keinen neuen Investor für die «Papieri» finden. Ende August wurden die Maschinen gestoppt. Es sei trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, für die Papierfabrik einen Käufer zu finden, begründete Berry Wiersum, Verwaltungsratspräsident von Sappi Fine Paper Europe, vor den Medien in Biberist. Ende August werde daher auch die Produktionslinie von ungestrichenem Papier eingestellt. Betroffen von der definitiven Schliessung sind gemäss Sappi insgesamt 550 Mitarbeitende. 134 von ihnen waren bereits im Mai entlassen worden. Laut Wiersum wurde mit den Gewerkschaften ein Sozialplan vereinbart. Die Papierfabrik hat kein Rohholz in der Schweiz eingekauft. Der Zellstoff (Halbfabrikat) wurde zugekauft. Aus diesem Grunde trifft die Schliessung die Waldbesitzer nicht direkt. Indirekt verlieren aber die umliegenden Zellstoffproduzenten einen wichtigen Absatzkanal, was sich dann doch wieder auf den Waldbesitzer überträgt, da von diesen Werken weniger Rohholz eingekauft wird.

Euro weniger schwach als es scheint

Die Abwertung des Euro gegenüber dem Franken im Zuge der Eskalation um kränkelnde Staaten lässt leicht übersehen, dass sich der Euro dieses Jahr gegenüber den meisten anderen Währungen aufgewertet hat. Gegenüber Dollar und Pfund beruhte diese Aufwertung vor allem auf der im Euroland relativ restriktiven Geldpolitik. Die zyklischen Währungen australischer und kanadischer Dollar litten unter der Abkühlung des globalen Konjunkturklimas, während beim Yen Sondereffekte nach den Naturkatastrophen wirkten. Da der Franken auch gegenüber dem Euro aufgewertet hat, fiel die Abschwächung der anderen Währungen gegenüber dem Franken noch stärker aus als gegenüber dem Euro.

Medienmitteilung von Waldwirtschaft Schweiz vom 15. September 2011

Frankenstärke belastet Säger und Waldeigentümer

Der Schweizerische Holzmarkt stand in den letzten Monaten stark unter dem Einfluss der Währungssituation. Waldwirtschaft und Holzindustrie sind davon gleichermassen betroffen. Trotz mengenmässig guter Nachfrage im Ausland rechnen sich Exporte von Rund- und Schnittholz kaum noch. Dies wirkt sich nicht nur im Exportgeschäft, sondern auch bei der Vergabe von Aufträgen im Inland stark aus. Dank nach wie vor guter Auftragslage bei den inländischen Sägereien und den nachgelagerten Produktionsstufen besteht für Nadelrundholz weiterhin eine gute Nachfrage. Deren Produkte stehen jedoch in starker Konkurrenz zu billigeren Importen. Die Währungsentwicklung der letzten Monate hat für die Waldbesitzer zur widersprüchlichen Situation geführt, dass die Rundholzpreise trotz guter Nachfrage sinken. In dieser aussergewöhnlich schwierigen Lage kamen die Parteien der Holzmarktkommission (HMK) nicht umhin, die Preisempfehlungen drastisch zu senken. Durch den Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB), der kurz danach gefallen ist, entstand jedoch eine gewisse Entspannung. Die Garantie einer Kursuntergrenze von CHF 1.20/EUR hat die Situation mindestens teilweise entschärft und die Angst vor weiteren Aufwertungen des Schweizer Frankens vorübergehend gebannt. Diese neue Situation bewog die Waldseite zu einer Anpassung der Preiskorrektur, zumal sie die Preise bereits im Juni währungsbedingt angepasst hatte. Trotz diesen schmerzlichen Preisreduktionen ist es wichtig, die Mengennachfrage in enger Absprache mit der Käuferschaft laufend zu befriedigen. Die nachstehenden Empfehlungen basieren auf einem Kursniveau von 1.20 CHF/EUR. Bei massgeblicher Veränderung dieses Kurses muss die Marktlage neu beurteilt werden.

Preisempfehlung der Schweizer Holzmarktkommission (HMK)

CHF/m3 ab Wald (ohne MwSt.)

Januar 2011

Juni 2011

September 2011

HIS

WVS

HIS

WVS

HIS

WVS

Fichte L1 2b B

110-115

125

110-115

122

105

117

Fichte L1 4 B

115-120

127

115-120

124

110

119

Fichte L1 3 C

95-100

110

95-100

105

85

100

Fichte L1 5 C

85-95

107

85-95

102

75

97

Fichte L3 3 B

115-120

125

115-120

122

110

117

Fichte L3 3 C

95-100

115

95-100

110

85

105

Tanne minus

10-15

10-15

10-15

Buche 4 B

95

110

95

110

85

105

Buche 4 C

60

80

60

80

60

75

HIS= Empfehlung Holzindustrie Schweiz / WVS= Empfehlung Waldwirtschaft Schweiz

               

Ostschweiz

Die aktuelle Währungssituation des starken Frankens trifft den Waldbesitzer hart. Steigende Importe von Schnittholz drücken auf die Preise. Viele Sägewerke können mit den Preisen der Importwaren nicht mehr mithalten. Die Schnittholzmengen überfluten den Schweizer Markt immer mehr. Preisdifferenzen gegenüber inländischer Ware betragen oftmals bis zu 20%.

Am 5. September hat sich die Schweizer Holzmarktkommission getroffen und Ihre Preise festgelegt. Es kam zu keiner Einigung. Einig war man sich, dass aufgrund eines Eurowechselkurses von 1.10, die Preise um rund Fr. 10.- zurückgenommen werden müssen, um schlimmeres zu verhindern. Auch die Delegation der Ostschweiz folgte der HMK Schweiz und senkte Ihre Preise durchschnittlich um Fr. 10.- pro fm. Der Entscheid der SNB, auf dem Währungsmarkt zu intervenieren und den Kurs nicht mehr unter 1.20 fallen zu lassen, hat die Holzpreisfindung wieder in Frage gestellt.

Die Bevorratung der regionalen Sägereien ist sehr unterschiedlich. Kleine Sägewerke (1000-5000 fm) benötigen erste Lieferungen um ihre Aufträge fristgerecht zu erfüllen, andere sind noch bis Ende Oktober eingedeckt. Die grösseren Sägewerke sind auf laufende Rundholzmengen angewiesen.

Grösste Sorgen bereiten uns zurzeit die Starkholzsortimente in minderer Qualität. Durch den Eurozerfall ist der Italienmarkt stark unter Druck und die Lagerbestände sind teils noch auf hohem Niveau. Erste Preise konnten fixiert werden. Die Bindung an den Euro – Kurs war Voraussetzung, was unterschiedliche Preise in der laufenden Saison zur Folge haben kann. Mit der Massnahme der SNB, den Eurokurs nicht mehr unter 1.20 fallen zu lassen, wird die Lage wieder etwas stabilisieren.

Laubholz

Die Laubholzverkäufe sind noch nicht angelaufen. Weiterhin schwierig abzusetzen wird das Buchenstammholz sein. Die starke Nachfrage beim Energie- und Zelluoseholz stützt den Markt vor weiteren Preisrückgängen im Stammholzbereich. Aufgrund der erhaltenen SBB Bahnschwellenaufträge benötigen einige Ostschweizer Betriebe Buchensagholz. Das Schwellenholz muss möglichst vor Jahresende vermarktet sein. Für die anderen Laubhölzer werden wieder die gewohnten Wertholzsubmissionen in Buchs, Henau und Kaltbrunn, sowie die Bodensee Edelholz Versteigerung in Tägerwilen durchgeführt.

Aussichten

Die Nachfrage nach frischem Nadelrundholz ist bereits gross und wird noch weiter anziehen. Das Holzwerk Lehmann AG und verschiedene andere Ostschweizer Betriebe benötigen laufend Frischholz. Verarbeiter, die marktgerechte Holzpreise zu branchenüblichen Bedingungen bieten, sollen jetzt beliefert werden. Die Waldwirtschaft sollte die Zeit nutzen und bei Nachfrage Holz bereitstellen. Die Holzvermarktungsstelle hat für sämtliche Sortimente viele gute und langjährige Holzabnehmer im In- und Ausland. Interessierte Lieferanten können sich bei der Holzvermarktungsstelle melden. Tel. 071 375 60 90 oder E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. .

Industrieholz

Der Bedarf an den meisten Industrieholzsortimenten ist gut. Vor allem die Papierindustrie ist dringend auf frisches Schleifholz angewiesen. Einzig beim Industrie- und Plattenholz führen Anfuhrkontingentierungen zu einem Überhang. Alle Werke haben in den letzten Wochen aufgrund des starken Franken reagieren müssen. Zum Teil wurden die Preise leicht zurückgenommen. Andere Werke versuchen die Mengen in der Schweiz zu reduzieren und auf Standorte im EU-Raum auszuweichen, um dort die Produktion zu erhöhen. Gemäss der neuen Zugerzeitung vom 8.9.11 greift die Firma Pavatex zu drastischen Massnahmen und muss aufgrund der negativen Wechselkursentwicklung Lohnkürzungen von 4-10% und einige Entlassungen vollziehen.

Dringende Empfehlung

  1. Frisches Nadelrundholz auf den Markt bringen, sofern die Übernahme gesichert ist und die Zahlungsbedingungen stimmen.
  2. Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. und 2. Klasse (Schleifholz/Plattenholz).
  3. Buchenstammholz möglichst vor Jahresende auf den Markt bringen.