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Holzmarktbericht 2-2010 Drucken E-Mail
Donnerstag, 29. April 2010 00:00

Eines der modernsten Sägewerke Europas wird aus Adelebsen im Landkreis Göttingen nach Schweden verlagert. Die Nachfrage nach Nadelsägerundholz ist anhaltend rege, der Rundholzmarkt gewinnt weiter an Dynamik. Was viele Kunden in Italien, im März nicht glauben wollten, mussten sie im April zerknirscht zur Kenntnis nehmen. Bei ohnehin geringem Weiterverkauf verlangen traditionelle Italienlieferanten neuerlich erhöhte Preise. Der österreichische Mutterkonzern der Kartonfabrik Deisswil hat beschlossen, den Standort im Kanton Bern zu schliessen. 255 Beschäftigte verlieren ihre Stelle.

 

Internationale Holzmärkte
Die Nadelschnittholzpreise stiegen in Nordamerika und Europa im 1. Quartal 2010 stark an. Gründe dafür waren die niedrigen Lagerbestände und reduzierte Produktion sowie die weltweit gestiegene Nachfrage. Der beste Markt für Schnittholz im Jahre 2009 war China. Die Importe in China stiegen um 75% an und lösten Japan als grössten Importeur in Asien ab. Im Vorjahresvergleich kämpften die europäischen Schnittholzexporteure mit massiven Rückgängen nach USA. Deutschland 1 bis 2 Quartal 2009 86`000 m3; heuer nur mehr 16`000 m3 (-81%). Schweden (von 53`000 m3 auf 9`000 m3, -83%). Kanada konnte hingegen die Menge von 2.9 Mio. m3 auf 3.1 Mio. m3 steigern (+8%).
 
Finnland / Schweden
Gestiegen sind im 1. Quartal die Nadelrundholzpreise (ab Stock Preise). Bei der Föhre gab es einen Anstieg um 14 SEK/fm (CHF +2/fm). Die Fichte zog preislich gar um 32 SEK/fm (CHF +4.50/fm) an. Der Nettoertrag für den Waldbesitzer liegt somit bei der Fichte BC bei circa Fr. 65 bis 70.- / fm. Dies ist nicht vergleichbar mit der Schweiz, da die skandinavischen Waldeigentümer über praktisch reine Fichtenbestände mit geringen Durchmessern verfügen und die Aufrüstkosten mit vollmechanisierten Maschinen im optimalen Gelände Fr. 25.- nicht überschreiten.
 
Deutschland
Eines der modernsten Sägewerke Europas wird aus Adelebsen im Landkreis Göttingen nach Schweden verlagert. Der österreichische Klausner-Konzern habe Maschinen und Anlagen des stillgelegten Werkes an den Forstkonzern Södra verkauft, sagte eine Sprecherin am Montag. Das komplette Sägewerk soll im südschwedischen Värö wieder aufgebaut werden. Klausner hatte am vergangenen Freitag mitgeteilt, dass die seit einem Jahr ruhende Produktion in Adelebsen wegen der Krise auf dem Holzmarkt nicht wieder aufgenommen werde. 200 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Klausner hatte das Werk im Jahr 2006 übernommen und vollständig modernisiert.
 
Insgesamt war der Nadelrundholzeinschlag auch in Deutschland im I. Quartal weiter stark reduziert. Begründet wurde diese Zurückhaltung im Klein-Privatwald überwiegend mit Einsparungen nach starken Kalamitätsnutzungen der vergangenen Jahre, bevorzugter Investitionen in Sachwerte und Erwartung von steigenden Rundholzpreisen. Zusätzlich erschwerten die Witterungsbedingungen im I. Quartal die Holzernte vor allem in den Gebirgslagen. Das Sturmtief „Xynthia“ hinterliess in Bayern nur geringe Mengen an Windwurfholz. Schwerpunkte lagen in Unterfranken und in Teilen Oberfrankens. Überwiegend wurde Fichte einzeln oder nesterweise geworfen. Der Holzmarkt wird durch die angefallenen Mengen nicht belastet, da das Sturmholz über bestehende Verträge abfliessen kann.
 
Österreich
Die Nachfrage nach Nadelsägerundholz ist anhaltend rege, der Rundholzmarkt gewinnt weiter an Dynamik. Die Preise für Rundholz haben sich nördlich des Alpen-Hauptkammes weiter dem westösterreichischen Niveau angenähert. Im Tirol liegen die Preise ab Waldstrasse für die Fichte Qualität BC 2a-3b bei EUR 80.80.- was bei einem Umrechnungskurs von 1.43 rund CHF 115.- macht. Die Sägewerke benötigen wegen besserer Absatzmöglichkeiten Rundholz und sind aufnahmefähig. Das bereitgestellte Rundholz wird zügig abgenommen. Tauperiode und späte Schneemengen behinderten teilweise die Holzernte. Strassensperren sorgen in Südösterreich lokal für Einschränkungen bei der Holzabfuhr, die zumindest bis Ende April andauern werden.
 
Italien
Lange wurde Italien mit minderer Seitenware von Deutschland, Österreich und der Schweiz überschwemmt. Nun sind sämtliche Rundholzlager der grösseren Sägewerke auf ein Minimum reduziert worden. Die Verunsicherung der Waldbesitzer und die daraus resultierende Zurückhaltung beim Einschlag zeigt nun ihre volle Auswirkung. Was viele Kunden in Italien im März nicht glauben wollten, mussten sie im April zerknirscht zur Kenntnis nehmen. Bei ohnehin geringem Weiterverkauf verlangen traditionelle Italienlieferanten neuerlich erhöhte Preise. Das kuriose Marktbild wird mit dem Hinweis ergänzt, dass sie in vier bis sechs Wochen sowieso ausverkauft sein werden und dann auch kein teures Rundholz mehr zu bekommen sei. Dieser schnelle Angebotsrückgang hätte noch vor 4 Wochen kaum jemand erahnt. Diese Angebotsverknappung wurde nur möglich, da 3 wichtige Faktoren zeitgleich auftraten. Die schlechte Wirtschaftslage und die Kommunikation der Holzindustrie, über sinkende Preise im Herbst 2009, führten zu einer massiven Verunsicherung der Waldbesitzer. Schätzungsweise 30 bis 40 % der Privatwaldbesitzer stellten daraufhin ihre Nutzung zurück und warteten auf bessere Zeiten. Diese Holzmengen fehlen nun am Markt. Weiters zeichnete sich in den letzten Monaten eine Erholung der östlichen Märkte wie Levante, Japan und China ab. Vermehrt kann nun auch wieder in diese Länder exportiert werden. Diese Länder verlangen die gleichen Qualitäten, wie dies in Italien üblich ist. Als dritter und vielleicht wichtigster Punkt ist bekannt, dass praktisch aus allen für Schnittholzlieferungen nach Italien infrage kommenden Ländern die Angebote von Rundholz knapp sind. Dies steht allerdings im Einklang mit einer schwachen Bauwirtschaft als Folge der Finanzkrise. Diese hat in Italien zu tieferen wirtschaftlichen Einschnitten geführt. Insbesondere sind die Rückgänge der Schnittholzlieferungen aus Russland enorm. Wo noch im 2008 über 226`000 m3 Schnittholz geliefert wurde, waren es im 2009 nur noch 96`000 m3, was einer Reduktion von -58% entspricht. Und davon soll der grösste Teil von zwei Sägewerken mit italienischem Finanzhintergrund, eines zwischen Moskau und St. Petersburg, das andere hinter dem Ural, exportiert worden sein. Beide Werke arbeiten auf dem internationalen Markt und sind zweifellos auch vom Zusammenbruch des russischen Inland-Holzmarktes betroffen, der den Export negativ beeinflusst hat.
 
Schweiz
Der österreichische Mutterkonzern der Kartonfabrik Deisswil hat beschlossen, den Standort im Kanton Bern zu schliessen. 255 Beschäftigte verlieren ihre Stelle. Als Grund für die Schliessung gab die Mayr-Melnhof Karton Gruppe mit Sitz in Wien, die 2010 in Kraft getretenen neuen Schweizer Emissionsgesetze an. Diese hätten eine massive Belastung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit zur Folge und brächten den Standort Deisswil «nachhaltig in die Verlustzone». Für die 255 Beschäftigten des Werkes in Deisswil hat Mayr-Melnhof Karton einen Sozialplan angekündigt. Standardprodukte des Standortes Deisswil sollen künftig in anderen Fabriken von Mayr-Melnhof Karton gefertigt werden. Die Maschinen und technischen Anlagen in Deisswil würden nicht weiter genutzt, teilte der Konzern am Donnerstag weiter mit. Zuletzt produzierte die Kartonfabrik in Deisswil noch 112'000 Tonnen Karton auf drei Maschinen. Die Karton Deisswil AG ist seit 1990 Teil der Mayr-Melnhof Karton Gruppe, des weltweit grössten Herstellers von Recyclingkarton mit einer Jahresproduktion von rund 1,6 Millionen Tonnen.
 
EWU: Wachsende konjunkturelle Kluft
In Euroland öffnet sich bei der konjunkturellen Entwicklung erneut eine Kluft zwischen Deutschland und den südlichen Ländern. So haben sich die industrielle Produktion und die Exporte in Deutschland deutlich stärker erholt als in der «Peripherie». Die Ursache dafür liegt in der seit Längerem niedrigeren Inflation in Deutschland. So haben sich die Konsumentenpreise in Spanien, Portugal und Griechenland seit Einführung des Euro um 10–20% mehr erhöht als in Deutschland. Die südlichen Länder sind deshalb weniger wettbewerbsfähig als Deutschland. Dies umso mehr, als der Euro sich bis vor Kurzem markant aufgewertet hat. Die Konjunktur in den südlichen EWU-Ländern bleibt damit stark von der «Lokomotive» Deutschland abhängig. Seit ende Dezember schwächt sich der Euro unaufhaltbar ab, und dies nicht nur gegenüber dem Dollar, sondern gegenüber den meisten Währungen. Eine wichtige Ursache dafür sind die Sorgen zahlreicher Anleger über die Staatsfinanzen einzelner Mitgliedsländer. Zuerst stand Griechenland im Zentrum, danach kamen auch Spanien und Portugal ins Visier. Auf den Kapitalmärkten stiegen deshalb die Risikoprämien für Staatsanleihen dieser Länder markant an. Parallel dazu schwächte sich der Euro ab, weil die Risiken eines Staatsbankrotts, einer Abspaltung einzelner Länder oder einer Inflationierung die internationalen Investoren abschreckten. Diese Negativszenarien sind allerdings äusserst unwahrscheinlich. Der Euro dürfte sich deshalb im Laufe des Jahres wieder erholen.
 
Ostschweiz
Die knappe Versorgung mit Rundholz spitzt sich zu. Durch die im letzten Winter zum grossen Teil ausgebliebenen Holzmengen des Privatwaldes, welche im Kanton St.Gallen 50% der Gesamtnutzungen ausmachen, fehlt es nun überall an genügendem Rohstoff. Nach eigenen Schätzungen gehen wir von einem Mengenrückgang von rund minus 30% im Privatwald und minus 10% beim öffentlichen Wald aus. Grundsätzlich sind die meisten kleineren regionalen Sägewerke gut mit Rundholz eingedeckt. Eine Versorgungsknappheit stellt sich nun bei den grossen Verarbeitern wie Lehmann Gossau, Mayr-Melnhof Domat Ems und der Papierindustrie ein. Diese sind auf eine ganzjährige Versorgung angewiesen. Nach erfolgten Mengen- und Preisverhandlungen für das 2. Quartal fehlen noch grössere Mengen an Rund- und Industrieholz, damit die Werke mit einer Grundversorgung bedient werden können. Trotz der verhaltenen Situation beim Schnittholzpreis erhöhen die Werke ihre Preise. Es konnten Erhöhungen bei der Fichte und Tanne von rund Fr. 10.- pro fm erzielt werden. Dies ist ein wichtiges Zeichen, damit auch mehr Holz auf den Markt gelangen kann. Mit dieser Preissteigerung ist nahezu das Niveau von 2007 beim Massensortiment Trämel erreicht. Die Industrie setzt somit ein starkes Zeichen.
 
Aussichten
Die Nachfrage nach frischem Nadelrundholz dürfte im Laufe des Sommers noch weiter anziehen. Das Holzwerk Lehmann AG in Gossau SG, Mayr-Melnhof Swiss Timber AG in Domat-Ems und verschiedene andere Ostschweizer Betriebe benötigen laufend Frischholz. Verarbeiter, die marktgerechte Holzpreise zu branchenüblichen Bedingungen bieten, sollen jetzt beliefert werden. Die Waldwirtschaft soll die guten Marktchancen nutzen und laufend Holz bereitstellen. Die Holzvermarktungsstelle hat für sämtliche Sortimente viele gute und langjährige Holzabnehmer im In- und Ausland. Interessierte Lieferanten können sich bei der Holzvermarktungsstelle melden.
Tel. 071 375 60 90 oder E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
 
Dringende Empfehlung

Frisches Nadelrundholz auf den Markt bringen, sofern die Übernahme gesichert ist und die Zahlungsbedingungen   stimmen.

Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. und 2. Klasse (Schleifholz/Plattenholz).

Aufgerüstetes Industrieholz frühzeitig anmelden, damit eine kontinuierliche Abfuhr gewährleistet werden kann.

 
Industrieholz
Die mitteleuropäische Papierindustrie gehörte im 2009 zu den Verlierern in der Holzbranche. Dies war der Tenor an der letzten Pressekonferenz der österreichischen Papierindustrie in Wien. Festgemacht wurde die schlechte Lage etwa an der Entwicklung der Investitionen, die im Vorjahr mit 100 Mio. € so tief waren wie zuletzt vor 20 Jahren. In Österreich sank die Produktion im 2009 um 11% auf 4.6 Mio. Tonnen, der Umsatz gab um 16% auf 3.23 Mio. €  nach. Somit liegt der Output auf dem Niveau von 2004, der Umsatz wie im 1999. Für das 2010 geht man von einer deutlichen Erholung aus. Auf der Papierseite gab es aber preislich noch keine Entspannung. Bei den grafischen Papieren war der Anstieg am Geringsten, beim Zellstoff am Höchsten. Die Preiserhöhung beim Zellstoff wurde aufgrund zweier Faktoren erreicht. Als Hauptfaktor wurde der Ausfall der chilenischen Zellstoffproduktion aufgrund des Erdbebens vom 27. Februar 2010 genannt. Als weiterer Faktor beeinflusste der Streik der Hafenarbeiter in Finnland die Warenströme. Alle Häfen in Finnland waren praktisch lahmgelegt, viele Papierfabriken mussten deshalb bereits ihren Betrieb einstellen. Der Streik der finnischen Hafenarbeiter begann am 4. März 2010 und dauerte über 2 Wochen. Grund für den Streik an allen wichtigen finnischen Häfen war der Streit um einen neuen Lohntarifvertrag für die Hafenarbeiter.
  
Alles anfallende Schleifholz kann laufend geliefert werden. Unbedingt die vorgegebenen Längen und Sortimentswünsche einhalten. Da die verschiedenen Werke unterschiedliche Längen benötigen, vor dem Aufrüsten Kontakt mit der Holzvermarktungsstelle aufnehmen. Alle Werke benötigen im 2. und speziell im 3. Quartal frisches Schleifholz. Planen Sie Ihre Nutzungen frühzeitig im Herbst.
 
St.Galler Wertholzsubmission wiederum ein Erfolg
Die im Februar durchgeführte Wertholzsubmission im Kanton St.Gallen und Fürstentum Liechtenstein war wiederum ein grosser Erfolg. Das Konzept einer zeitgleichen Ausschreibung mit anderen kantonalen Submissionen und die Koordination der 3 Plätze, Buchs, Henau und Kaltbrunn zeigen Erfolg. Es ermöglicht den Käufern innert wenigen Stunden das Holz sauber sortiert und gepoltert zu besichtigen und ein Angebot abzugeben. So können je nach Kundenwunsch sämtliche Baumarten in grösseren Mengen eingekauft werden. Auch die mittleren Qualitäten fanden wiederum ihren Käufer. Als richtige Juwelen präsentierten sich auch wieder viele Ahornstämme aus dem Gebiet See-Gaster und Toggenburg. Diese durch den Standort bedingten Spitzenqualitäten sind bereits weit über die Landesgrenze hinaus bekannt und finden reissenden Absatz. Solche Einzelexemplare lösen Preise zwischen Fr. 4000 bis 8500.- pro Festmeter und werden vor allem zur Herstellung von hochwertigen Furnieren verwendet. Insgesamt wurde auf allen 3 Plätzen zusammen ein Umsatz von    Fr. 633`000.- erreicht mit einer Holzmenge von 1940 fm. Der Verkauf in Kaltbrunn wird über die Waldregion See-Gaster abgewickelt und die beiden Plätze Buchs und Henau durch die Holzmarkt Ostschweiz AG. So profitieren über 250 Waldbesitzer und Holzlieferanten von einer professionell organisierten Wertholzsubmission.
 
 
 
Neubesetzung Forstreviere Mels und Rorschach
Die Waldregion St.Gallen hat Reto Bless aus St. Peterzell als neuen Revierförster in Rorschach gewählt. Hansruedi Ammann wird Ende September in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Die Waldregion Sargans hat Albert Ulmann aus Oberegg für die Stelle als Betriebsleiter im Forstrevier Mels gewählt. Der amtierende Revierförster Willi Marthy übernimmt vermehrt Aufgaben in der Waldregion. Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bei den langjährigen Stelleninhaber Hansruedi Ammann und Willi Marthy für die geleistete Arbeit und die grosse Unterstützung bedanken und wünschen den künftigen Revierförstern viel Erfolg in Ihrem interessanten und neuen Wirkungsfeld.
 
Generalversammlung WVSG+FL 2010
findet am Dienstag 12. Oktober anlässlich der Sonderschau Wald an der OLMA statt. Besuchen Sie uns an der Ausstellung. Es lohnt sich.