



| Homarktbericht 5/2009 |
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| Freitag, 20. November 2009 00:00 | |
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Das Zauberwort in diesem Winter heisst «Balance finden» zwischen Angebot und Nachfrage. Die Mayr-Melnhof Gruppe eröffnete diesen Sommer ihr neues Werk in Efimovskij, Russland. Die Schweizer Firma Schilliger Holz kauft den Klenk France Standort in Volgelsheim. Italien erholt sich nur langsam von der Wirtschaftskrise. Die Auftragslage in der Maschinenindustrie ist weiterhin schlecht. Zum zweiten Mal werden die Wertholzverkäufe im Kanton St.Gallen koordiniert und unter dem Dach der Holzmarkt Ostschweiz AG ausgeschrieben.
Internationale Holzmärkte
Die durch die Finanzkrise ausgelöste, wirtschaftlich angespannte Lage, führt in der Holzbranche seit Längerem zu einer massiven Umgestaltung in der gesamten Branche. Sägewerke stehen vor Insolvenzverfahren oder werden aufgrund von mangelndem Absatz stillgelegt. Andere wiederum werden aufgekauft oder wechseln ihren Besitzer in Windeseile und es ist noch kein Ende abzusehen. Nur eines wird klar, „Es wird nicht mehr so sein wie früher“. Die wirtschaftliche Entwicklung ist derzeit so schwer einschätzbar wie wohl seit Jahrzehnten nicht mehr. Trotzdem war man sich auf der internationalen Softwood Conference (ISC) 2009 in Madrid selten so einig in der Beurteilung eines Folgejahres. Nach heurigem Produktionseinbruch (-30% zum Rekordjahr 2007) wird es 2010 nicht mehr weiter hinuntergehen. Erste Absatzprognosen und Erwartungen belaufen sich auf ein plus von +4% bis +6% für das kommende Jahr.
Das Zauberwort für die Waldwirtschaft und Holzindustrie in diesem Winter heisst «Balance finden» zwischen Angebot und Nachfrage. Im 2005/06 hat der Weltmarkt noch 250 Mio. m3 Schnittholz nachgefragt. Heuer werden es nur noch rund 150 Mio. m3 sein. Dämpfend wirkt sich insbesondere auch die Entwicklung in den USA aus. In diesem Jahr wird es nur rund 450`000 Hausbaubeginne geben. Für das 2010 schätzen US-Delegationen einen Anstieg auf 600`000 Einheiten und erst 2012 ist die Millionengrenze erreicht. Im Jahr 2006 lag der Hausbaubeginn in den USA noch bei rund 2 Millionen Einheiten. „Solange dort keine echte Erholung eintritt, befinden wir uns immer in der Überversorgung“ fasste Dr. Dieter Kainz, Marketingleiter Stora-Enso Timber an der ISC in Madrid zusammen.
Die Krise ist also noch lange nicht ausgestanden, da die Produktionskapazitäten bestehen und sehr schnell wieder hochgefahren werden können. Wenn der Holzpreis aufgrund des vorherrschenden Mangels an Rundholz noch weiter ansteigt, könnte dies viele Waldbesitzer animieren, mehr Holz auf den Markt zu bringen. Es ist somit eine heikle Gratwanderung, wie viel Holz geerntet werden soll, ohne die Existenz der Sägewerke zu gefährden. Die Überschwemmung der Märkte würde schnell einen Zerfall der Schnittholzpreise mit sich ziehen.
Die Mayr-Melnhof Gruppe eröffnete diesen Sommer ihr neues Werk in Efimovskij, Russland. Das Werk liegt direkt an der Hauptverkehrsbahnlinie von St. Petersburg – Vologda und verfügt über grosse Rundholzreserven in der näheren Umgebung. Das in einem Joint Venture gegründete Unternehmen (MM Holz 70%, LSR 30%) hat ein Investitionsvolumen von rund 80 Mio. Euro. Die Einschnittkapazität liegt bei 650`000fm / Jahr. Geplant ist eine Vollauslastung im 3-Schichtbetrieb ab 2011. Zur Rohstoffsicherung wurde ein Pachtvertrag, unter Mithilfe des russischen Drittel-Partners LSR, von 240`000 Hektaren Wald für 49 Jahre abgeschlossen. Die nahegelegenen, mit Fichte, Kiefer, Birke und Aspe bestockten Waldungen müssen von Grund auf erschlossen werden. Bislang fehlte jegliche forstliche Infrastruktur wie Strassen und Forstunternehmer. Die Arbeit im Wald dürfte somit mindestens so anspruchsvoll werden wie der Sägewerksbetrieb.
Die chilenische Holzindustrie CMPC hat den Kauf des Zellstoffwerkes in Guaiba, Brasilien von Aracruz beschlossen, berichtet timberweb.com. Die (960 Mio. €) Investition soll CMPC den Zugang zum weltweit billigsten Zellstoffproduktionsmarkt verschaffen.
Skandinavien
Seit dem Tief im Januar, steigen die schwedischen Rundholzpreise wieder kontinuierlich an. Der Schnittholzpreis-Index liegt im September auf 105.2%. Dies ist in etwa der Stand wie im Januar 2007. Die durch die Stürme aufgestockten Schnittholzlager sind zum grossen Teil abgebaut.
Am russisch-finnischen Holzwirtschaftsgipfel in St. Petersburg bestätigte der russische Premierminister Wladimir Putin am 25. Oktober, dass die Rundholz-Exportsteuern nicht mit Jahreswechsel weiter erhöht werden. Putin stellte gegenüber seinem finnischen Amtskollegen Matti Vanhanen sogar in Aussicht, dass das Moratorium bis ins Jahr 2011 hinein verlängert werden könnte. Eine weitere gute Nachricht für die finnische Delegation: Es könnte zu einer völligen Aufhebung der Exportzölle auf Birken-Rundholz kommen – das ist ein Wunsch der finnischen Papier- und Zellstoffindustrie, die jüngst verstärkt auf Nadelrundholz und Eukalyptus-Importe setzte, schrieb die Tageszeitung Helsingin Sanomat.
Deutschland
Die Klenk-Gruppe zählt zu den führenden Säge- und Holzbearbeitungsunternehmen in Europa. Der Jahreseinschnitt beträgt an den deutschen Standorten rund 2,5 Mio. Festmeter, der grösste Teil des Holzes wird weiterverarbeitet. Mit dem Abstoss des Standortes in Volgelsheim (Elsass), Insolvenzverfahren der Klenk Holz SAS, konnten die deutschen Standorte gesichert werden. Für die verbleibenden deutschen Standorte sei damit der Weg frei, den eingeleiteten Restrukturierungsprozess zeitnah, erfolgreich abschliessen zu können.
Den Zuschlag für die Übernahme des französischen Standortes in Volgelsheim hat die zur Schweizer Schilliger-Gruppe gehörende Schilliger AG, am 13. Oktober bekommen. Der Kaufpreis liegt bei 15 Mio. Euro. Das Werk wurde erst im 2007 für rund 40 Mio. Euro erweitert und verfügt über eine moderne Schwachholzverarbeitung, Starkholzlinie, Langholzeinschnittanlage, KVH-Produktion und mehrere Trocknungsanlagen. Mit dem Kauf musste aber auch eine strategische Entscheidung getroffen und der sich in Planung befindende Standort in Luterbach (SO) aufgegeben werden. Mit dem Werk in Volgelsheim verfügt die Schilliger-Gruppe über einen weiteren starken Standort und kann seine Marktposition ausbauen.
Österreich
Österreich ist mit seinen enormen Verarbeitungskapazitäten auf Rundholzimporte angewiesen und leidet besonders unter der europaweiten Rundholzknappheit. Trotz preislichem Anreiz können sich die Werke nur knapp mit dem nötigen Rohstoff versorgen. In den letzten Wochen hat sich die Versorgungslage zwar wieder etwas erholt. Derzeit werden aufgrund der unsicheren Lage auf den Schnittholzmärkten kaum neue Verträge über den Dezember hinaus abgeschlossen.
Italien
Italien erholt sich nur langsam von der Wirtschaftskrise. Die Auftragslage in der Maschinenindustrie ist weiterhin schlecht. Die Bauwirtschaft ist traditionsgemäss ein tragender Pfeiler der Wirtschaft. Diese läuft aber seit Langem nur auf sehr niedrigem Niveau. Eine Ausnahme bildet das Erdbebengebiet in den Abruzzen. Erste Einschätzungen von ANCE rechnen mit einem Baurückgang im 2009 von rund 8.5%. Die angestiegenen Schnittholzpreise bei der Spaner-Seitenware haben im Monat September bereits wieder etwas nachgegeben (-6€/ m3). Laut Holzkurier-Preisbild liegt das Niveau nun bei 94 bis 100 Euro/ m3. Besser sieht es bei den Rohhoblern aus. Durch das geringe Angebot verhalten sich hier die Preise vergleichsweise stabil. Preisbild Oktober: 219 bis 231 Euro/ m3
Schweiz
Seit dem Frühjahr hat sich die Lage an den Geldmärkten deutlich entspannt. Die Risikoprämien für Ausleihungen zwischen Banken sind beinahe auf das Niveau vor dem Ausbruch der Finanzkrise im Sommer 2007 gesunken. Dazu haben die entschiedenen Massnahmen der Regierungen und Notenbanken wesentlich beigetragen, unterstützt durch die Anzeichen der konjunkturellen Erholung und einer Stabilisierung an den US-Immobilien-märkten.
Die SNB hat im Laufe des Jahres zu neuen Mitteln gegriffen. Sie kauft am Markt Devisen, um eine weitere Aufwertung der Schweizer Währung zum Euro zu verhindern. Ein höherer Franken läuft den Anstrengungen der SNB zur Lockerung der Geldpolitik entgegen und erschwert es den Schweizer Exporteuren ihre Waren im EU-Raum absetzen zu können. Neu will die Nationalbank auch Franken-Obligationen von privaten Schuldnern kaufen. Auch dies soll die Bedingungen auf dem Kapitalmarkt lockern, nachdem die SNB mit einem Leitzins von fast null hier ihr Pulver weitgehend verschossen hat.
Am Mittwoch 4. November fand die Delegiertenversammlung des WVS in Aubonne VD statt. Die DV setzte die Beschlüsse zur Verbandsreform vom 1. Juli 2009 erfolgreich in die Statuten um. Eine breit abgestützte Arbeitsgruppe unter der Leitung von Peter Reinhard, (Firma AGRIDEA) hatte den Auftrag, Vorschläge für die Umsetzung des am 26. Februar 2008 sichtbar gemachten Handlungsbedarfs in den Bereichen Verbandsleistungen, Finanzierung und Struktur auszuarbeiten. Die Waldwirtschaft Schweiz verfügt jetzt über eine zeitgemässe Organisationsstruktur und einen klar definierten Leistungskatalog, welche auf einer transparenten und breit abgestützten Finanzierung basieren.
Laubholzsägewerkprojekt «Avanti Bois» schreitet voran
An der Delegiertenversammlung von Waldwirtschaft Schweiz informierte Pierre Lancoud, Direktor von La Forestiere über den Stand des westschweizer Laubholzsägewerkprojekt Avanti Bois. Als Betreiber konnte ein deutscher Sägewerksbesitzer gewonnen werden. Zurzeit finden die Vertragsunterzeichnungen statt. Der Standort und die Finanzen seien nun geklärt. Auch Wasser für eine Berieselungsanlage sei vorhanden und könne genutzt werden. Als nächstes muss nun ein Businessplan erstellt und die Baugenehmigungsverfahren eingeleitet werden.
Die Firma Bauwerk Parkett, St. Margrethen, gelangt wieder in Schweizer Hände. Momentan gehört das Unternehmen zu Nybron Flooring International. Es wird nun zu 100% an eine Schweizer Gesellschaft im Besitz der EGS Beteiligungen AG (Tochtergesellschaft der Ernst Göhner Stiftung) sowie der Zurmont Madison Private Equity („Zurmont Madison") aus Zürich verkauft. Das Bauwerk-Führungsteam unter der Leitung von CEO Klaus Brammertz bleibt unverändert. Der Abschluss der Transaktion unterliegt aber noch der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden.
Ostschweiz
Die Holzverarbeiter in der Ostschweiz sind unterschiedlich bevorratet. Die grossen Werke wie Lehmann, Gossau und Mayr-Melnhof, Domat Ems suchen dringend Holz zu guten Konditionen. Bei den kleineren regionalen Verarbeitern ist die Versorungslage durchaus gut. Frisches Langholz und Trämel findet zurzeit guten Absatz. Die Richtpreisempfehlungen der Ostschweizer Waldwirtschaftsverbände können aufgrund der guten Nachfrage vielerorts gelöst werden.
Zu Beginn der Holzerntesaison trafen sich die Vertreter der Holzindustrie und der Waldwirtschaftsverbände sowie Vermarktungsorganisationen zu Gesprächen über den Holzmarkt im vierten Quartal 2009. Beim Fichten- und Tannenrundholz liegen die Preisvorstellungen für das 4. Quartal 2009 deutlich auseinander. Es konnte somit keine gemeinsame Preisempfehlung vereinbart werden. Die ganzen Rundholzpreisempfehlungen mit Stand Oktober 2009 der Ostschweizer Waldwirtschaftsverbände können auf der Webseite www.waldsg.ch unter dem Menü Holzhandel heruntergeladen werden. Führungswechsel bei Holzindustrieverband HIS-Ost
Martin Keller wird Nachfolger von HIS-Ost Präsident Adolf Fäh. An der Herbst-Generalversammlung vom Verband Holzindustrie Schweiz Ost (HIS Ost) demissionierte Präsident Adolf Fäh, Brunnadern nach sechsjähriger Tätigkeit. Sein Nachfolger heisst Martin Keller aus dem Zürcher Weinland.
Aussichten
Die Nachfrage nach frischem Nadelrundholz ist hoch. Verschiedene Ostschweizer Betriebe benötigen laufend Frischholz. Verarbeiter, die marktgerechte Holzpreise zu branchenüblichen Bedingungen bieten, sollen beliefert werden. Die Holzmarkt Ostschweiz AG hat für sämtliche Sortimente langjährige Holzabnehmer im In- und Ausland. Interessierte Lieferanten können sich bei der Geschäftsstelle melden (Tel. 071 375 60 90 oder E-Mail
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.
).
Gemeinsamer Wertholzverkauf im Kanton St.Gallen
Zum zweiten Mal werden die Wertholzverkäufe im Kanton St.Gallen koordiniert und unter dem Dach der Holzmarkt Ostschweiz AG ausgeschrieben. Der traditionell stattfindende Wertholzverkauf in Buchs wurde stets rege besucht und fand immer guten Absatz für das anfallende Wertholz. Zum 4. mal veranstaltet die Waldregion See-Gaster einen zusätzlichen Verkauf in Kaltbrunn. Ein weiterer Platz in Henau, in der Waldregion St.Gallen, steht zum zweiten mal zur Verfügung. Der gemeinsame Ausschreibungstermin und die Vergabe ermöglichen es den Käufern, innert kurzer Zeit grössere Mengen zu erwerben, was sich schlussendlich positiv auf den Holzpreis auswirkt.
Die Stämme müssen bis anfangs Januar bereitgestellt werden. Ihr Revierförster gibt Ihnen gerne Auskunft darüber und organisiert den Transport auf einen der drei Plätze.
OLMA 2010 Für die OLMA 2010 ist eine Sonderschau zum Thema Wald geplant. Der Verband der Waldwirtschaft Schweiz (WVS) hat in enger Zusammenarbeit mit den Ostschweizer Waldwirtschaftsverbänden das Patronat für die Sonderschau übernommen. Er wird die Planung und Realisation mit den verschiedenen Partnern koordinieren und für die finanziellen Mittel besorgt sein. Das Ziel ist es, einem breiten Publikum den Wald und seinen Nutzen näher zu bringen. Unter dem Titel: «Unser Wald Nutzen für Alle.» wird die neue Dachkampagne der Bevölkerung vorgestellt. Die Sonderschau OLMA vom 7. bis 17. Oktober 2010 bietet dem Waldwirtschaftsverband St.Gallen & Liechtenstein eine ideale und sicher auch einzigartige Plattform.
Dringende Empfehlung
Industrieholz Beim Industrieholz setzt sich immer mehr das FSC-Zertifikat durch. Die Mehrheit der Abnehmer verlangen zertifiziertes Holz. Da beim Industrieholz durchs Band immer Jahresverträge unterzeichnet werden, sind die Mengen bis Ende 2009 gesichert. Schleifholz kann somit laufend geliefert werden. Aufgrund des Währungswechsels und Schliessung einiger Werke im In- und Ausland müssen unbedingt die vorgegebenen Längen und Sortimentswünsche eingehalten werden. Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. Schleifholz und 2. Klasse Plattenholz. Da die verschiedenen Werke unterschiedliche Längen benötigen, bitte vor dem Aufrüsten Kontakt mit der Holzmarkt Ostschweiz AG aufnehmen. Die nebenstehende Tabelle (Auszug aus den Richtpreisempfehlungen Stand Oktober 2009) gibt Auskunft über die zu erlösenden Preise beim Industrieholz.
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