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Holzmarktbericht 4/2009 Drucken E-Mail

Der von Überkapazitäten geprägte mitteleuropäische Schnittholzmarkt hat sich wieder etwas stabilisiert. Der Anteil der Holz- und Papierindustrie am finnischen Bruttoinlandsprodukt ist unter 3% gefallen. Der rege Brennholzbedarf stützt den Laubholzmarkt vor weiteren Preiseinbrüchen. In Österreich sind trotz den angezogenen Preisen bei Fichte und Tanne die Waldbesitzer noch verunsichert. Im Jahre 2008 nahm die, im Schweizer Wald geerntete Holzmenge, um 7,5 Prozent auf 5,3 Mio. Kubikmeter ab.

Internationale Holzmärkte
Der von Überkapazitäten geprägte mitteleuropäische Schnittholzmarkt hat sich wieder etwas stabilisiert. Die Sägewerke operieren zurzeit mit gedrosselter Produktion oder es fehlt am Rohstoff. Gleichzeitig steigt der Schnittholzbedarf vor allem in Italien, aber auch in Österreich und Deutschland wieder an. Die Preise für minderwertige Schnittware verharren immer noch auf tiefem Niveau. Qualitativ gute Schnittholzprodukte für den Bau verzeichnen jedoch eine preislich positive Entwicklung. Das Auffüllen der Rundholzlager sorgt für eine momentane Marktbelebung.
 
Die Papier- und Holzindustrie hat im vergangenen Jahr weltweit kräftige Gewinneinbrüche hinnehmen müssen. Nach Gewinnen von 13,8 Mrd. Dollar im Jahr 2007 mussten die Industriebetriebe 2008 Rekordverluste von insgesamt 8 Mrd. Dollar hinnehmen. In Europa versuchten die Unternehmen mit Betriebsstillständen und Kapazitätskürzungen gegen die Krise anzukämpfen. Nach drei guten Quartalen kam der Einbruch im Vorjahr in den letzten drei Monaten. Trotz massiver Rücknahmen der Kapazitäten in Europa werde es noch eine Zeit dauern, bis sich der Markt wieder stabilisiert, heisst es in einer Branchen-Studie. Die Umsätze der 30 europäischen Unternehmen unter den Top-100 verzeichneten im Vorjahr auf Dollarbasis im Jahresvergleich ein Umsatzplus um 5,1 Prozent auf 128 Mrd. Dollar. Auf Eurobasis hingegen gingen die Umsätze um 1,9 Prozent auf 87 Mrd. Euro zurück.
 
Der finnisch-schwedische Papier- und Forstkonzern Stora-Enso, der in Österreich Sägewerke und Holzbetriebe betreibt, vergrösserte den Nettoverlust von 294 Mio. Euro im Jahr 2007 auf 991 Mio. Euro 2008.
Am profitabelsten unter den europäischen Unternehmen war im Vorjahr der schwedische SCA-Konzern (Platz 3), in Österreich mit dem Hygienepapierhersteller SCS Laakirchen vertreten. Der Nettogewinn betrug 2008 857 Mio. Dollar nach 1,1 Mrd. Dollar im Jahr davor. Profitiert hat das Unternehmen vor allem von der Ausrichtung auf die weniger krisenanfällige Sparte Hygienepapier. Betriebe welche sich in der Sparte der hochwertigen Grafik- und Werbepapiere spezialisiert haben, mussten grosse Umsatzeinbussen in Kauf nehmen. Die schlechte Wirtschaftslage veranlasst viele Firmen ihre Werbung auf ein Minimum zu reduzieren und wo immer möglich auf günstigeres Papier umzustellen.
Skandinavien
Die goldenen Zeiten der finnischen Holzindustrie sind vorbei, schreibt die Helsinki Times. In Bezug auf das Pellervo Economic Research Institute ist der Anteil der Holz- und Papierindustrie am finnischen Bruttoinlandsprodukt unter 3% gefallen. Dies entspricht einer Halbierung seit der Jahrhundertwende. Der Exportanteil sank im gleichen Zeitraum von 25% auf unter 20%. Gleichzeitig sind auch 10`000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Vergangenes Jahr waren nur noch 60`000 Menschen in der Branche beschäftigt. Zurückzuführen sind diese Rückgänge zum Grossteil auf die Importrückgänge aus Russland, die wegen den steigenden Zöllen kaum mehr finanzierbar sind.
Deutschland
Anlässlich des 1. Laubholzforums des Verbandes der Deutschen Säge- und Holzindustrie (VDS), beklagten sich die Vertreter der Laubholz- Sägeindustrie über die verhaltene bis schlechte Situation auf dem deutschen Rundholzmarkt. Im Verlaufe des Jahres seien die Umsätze zwischen 15 und 25% gesunken. Die Einbussen sind auf die niedrigen Schnittholzpreise zurückzuführen. Aber vielmehr wirkte sich der reduzierte Einkauf, verringerte Produktion und geringere Absatz auf die Umsätze aus. Der Inlandmarkt stellte sich als gewisse Stütze dar, wobei der Export nach Laubschnittholz massiv eingebrochen ist. Ein gewisser Lichtblick ist vorhanden. Durch die starke Zurückhaltung seitens der Waldbesitzer sind die Laubschnittholzlager leer und somit wieder aufnahmefähig. Einige chinesische Einkäufer werden bereits aktiv und bestimmte Qualitäten sind bereits wieder gesucht. Von unten werden die Laubholzpreise durch die rege Nachfrage auf dem Brennholzmarkt gestützt. Buchenbrennholz ist in gewissen Gebieten von Süddeutschland bereits für 40 bis 45€/fm (CHF 60.- bis 67.-) absetzbar.

Österreich
Der Lieferrückgang aus dem Kleinprivatwald in Österreich wird von Seiten der Holzindustrie mit -60% betitelt. Für die Monate September und Oktober wird keine Veränderung erwartet. Trotz stark angezogenen Preisen bei Fichte und Tanne sind die Waldbesitzer noch verunsichert. Keiner weiss wie lange die Preise halten werden. Im Lande Tirol liegt der Preis für die Fichte B/C 2a-3b bei EUR 78.- ( CHF 118.-) und bei der Tanne B/C 2a-3b liegt er bei EUR 66.- ( CHF 100.-) ab Waldstrasse. Dieser Preis ist auf den massiven Rundholzmangel zurückzuführen. Mit nur noch 1.6 Monatsproduktionen versorgt, liegt die österreichische Holzindustrie auf dem tiefsten Stand seit über 20 Jahren. Normal wäre eine Bevorratung von 3 Monaten.
Italien
Die Bauumsätze in Italien sind bisher um 11% unter dem Vorjahr. Bei den Neubauten sind es sogar -19%. Für das Gesamtjahr wird ein Nachfragerückgang von -8 bis -11% vorhergesagt. Das Regierungsprogramm „ Piano Casa“ zur Stimulation der Bauwirtschaft umfasst für die kommenden Jahre 38 Milliarden Euro. Davon werden heuer schon rund 10% wirksam. Die Impulswirkung für Neubauten, Sanierungen und Erweiterungen werden ab 2010/11 erwartet. Bauherren können ihr Wohnhaus um 20% ohne Bewilligung erweitern. Beim Neubau sind es sogar 35%. Hier könnte der Holzbau vermehrt profitieren. Die ganze Wirtschaft in Italien leidet aber immer noch an der restriktiven Vergabe von Krediten der italienischen Banken. Kredite werden den Bauherren nur schleppend und stark erschwert gewährt. So kann aber das milliardenschwere Wirtschaftsförderprogramm „Piano Casa“ nicht seine volle Wirkung entwickeln.
Schweiz
2008 nahm die, im Schweizer Wald geerntete, Holzmenge um 7,5 Prozent auf 5,3 Millionen Kubikmeter ab. Dies geht aus der Forststatistik 2008 der Bundesämter für Statistik BFS und für Umwelt BAFU hervor. Die inländische Holznachfrage blieb weiterhin gut. Produktionsdrosselungen der europäischen Holzindustrie führten zu sinkenden Holzerlösen. Diese neuen Voraussetzungen wirkten sich auf den Holzaussenhandel aus.

Das Jahr 2008 stand für die Schweizer Waldwirtschaft im Zeichen eines relativ ruhigen und stabilen inländischen Holzmarktes. Im Gegensatz zum angrenzenden Ausland blieb der Schweizer Wald von grösseren Sturmereignissen und Schadholzmengen verschont. Trotz der sich anbahnenden Konjunkturverschlechterung präsentierte sich die allgemeine Schweizer Wirtschaftslage in einer soliden Verfassung mit hoher Auslastung der Industrie, des Gewerbes und des Bausektors. Die durchschnittlich gute Auftragslage der Holz verarbeitenden Industrie trug zu einer stabilen inländischen Holznachfrage und guten Holzpreisen bei.

Mehr Energieholz, weniger Stamm- und Industrieholz
Dennoch nahm die in Schweizer Wäldern geerntete Holzmenge 2008 im Vorjahresvergleich um 7,5 Prozent auf 5,3 Millionen Kubikmeter ab. Dies ist die erste deutliche Abnahme der Holzernte seit dem Aufschwung des Holzmarktes ab 2004. Der Rückgang betrifft fast alle Sortimente. Einzig die Nutzung von Waldenergieholz hat trotz des milden Winters 2007/2008 um 5% auf knapp 1,4 Mio. m3 zugenommen. Die Industrieholzernte fiel mit 0.6 Mio. m3 12% tiefer aus. Die Stilllegung des letzten Zellulosewerkes der Schweiz setzte im Herbst 2008 zwar eine Zäsur in die inländische Nachfrage nach Industrieholz, wirkte sich jedoch erst gegen Jahresende vollumfänglich aus. Der Industrieholz-Bedarf wurde durch das Überangebot an Sturmholz aus dem Ausland verstärkt durch Importe gedeckt. Die Nadelstammholz-Ernte ging um 12% auf 2,9 Mio. m3 zurück.
 
 
Schweizer Holzmarktkommission
An der Sitzung der Schweizer Holzmarktkommission vom 24. August 2009 stellen die Vertreter der Wald- und Holzwirtschaft eine leichte, saisonale Marktbelebung mit anziehenden Preisen beim Schnitt- und Rundholz fest. Im Rahmen ihrer traditionellen Holzmarktgespräche diskutierte die Schweizer Holzmarktkommission sowohl über die aktuelle Marktlage und die kurzfristige Marktentwicklung als auch über die längerfristigen Entwicklungen der Holzerntemengen. Auszug aus der Medienmitteilung vom 3. September 2009
 
Schwieriger Absatz im Export – gute Nachfrage beim Bau- und Energieholz
Auch in der Schweiz produzieren die Sägewerke unter ihrer vollen Kapazität. Neben den eingeschränkten Exportmöglichkeiten wird der Geschäftsgang noch immer durch den für die Schweizer Exporteure unvorteilhaften Wechselkurs und durch den damit einhergehenden Importdruck belastet. Bei den Sortimenten für Holzverpackungen gibt es noch keine Zeichen der Entspannung. Andererseits ist die Schweizer Bauwirtschaft noch immer ein solider Holzabnehmer. Die saisonale Nachfrage verzögerte sich in den höheren Regionen aufgrund des lange liegen gebliebenen Schnees. Für die Buche zeichnet sich noch keine substanzielle Nachfragebelebung ab. Im Spätherbst ist erfahrungsgemäss mit einer vermehrten Nachfrage zu rechnen. Beim Energieholz ist von einer hohen Nachfrage auszugehen – insbesondere in Regionen, wo grosse Holzheizkraftwerke betrieben werden.
 
 
Gute Absatzmöglichkeiten für Rundholz zu Saisonbeginn
Die Versorgungssituation der Schweizer Nadelholz-Sägewerke ist unterschiedlich. Während ein Teil der Sägewerke laufend Frischholz benötigt und über tiefe Lagerbestände verfügt, sind andere Betriebe noch ausreichend bevorratet. Die Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage der Schweiz ist zurzeit noch mit Unsicherheiten behaftet. Bis Jahresende ist beim Nadel-Rundholz mit einer guten Nachfrage zu rechnen. Die Prognosen ab 2010 sind nicht eindeutig. Die guten Absatzmöglichkeiten zu Saisonbeginn sollten genutzt werden. Die Holzschläge sind deshalb frühzeitig zu beginnen. Die Planung ist in enger Absprache mit den Holzkäufern vorzunehmen. Wichtig bleibt eine regelmässige Belieferung der Holzverarbeiter.
 
 
Preisempfehlungen widerspiegeln saisonale Marktbelebung
In der Lagebeurteilung gibt es zwischen der Wald- und der Holzwirtschaft keine wesentlichen Differenzen. Aufgrund der noch unklaren mittelfristigen Wirtschaftsentwicklung einigen sie sich auf getrennte Preisempfehlungen:
 
 
 
Längerfristige Nutzungsentwicklung im Schweizer Wald
Zwar sind die Holzpreise aufgrund der allgemeinen Wirtschaftslage innert Jahresfrist gesunken. Sie konnten sich im langjährigen Vergleich aber auf einem ansehnlichen Niveau halten. Die Nadelstammholzpreise sind seit 2004 tendenziell angestiegen. In derselben Periode stagnierte die gesamtschweizerische Nadelstammholzernte nahezu. Die Holzindustrie ist besorgt, dass die Werke schon in ein bis zwei Jahren in Versorgungsengpässe geraten könnten, wenn die Holzernte nicht zunimmt. Denn die Säge Rundholzexporte sind bereits markant zurückgegangen. Um so weniger Verständnis zeigen die Marktpartner deshalb für die im Sommer gemachten Warnungen der Schweizer Naturschutzorganisation WWF vor Übernutzungen des Schweizer Waldes. Weder die Waldeigentümer, noch die Forstorgane oder die offiziellen Forststatistiken geben Anlass, die Bevölkerung und die Konsumenten auf diese Weise zu verunsichern.
 
Ostschweiz
Holzverarbeiter und Waldbesitzer sind durch die allgemeine wirtschaftliche Situation verunsichert. Die Sägewerke wissen nicht wie lange der Absatzmarkt noch stabil bleibt und die Waldbesitzer reagieren mit Zurückhaltung, da nur wenige positive Signale ausgesendet werden können. Die Rundholzpreise liegen aber gerade in der Ostschweiz auf einem akzeptablem Niveau. Erwartungen von Rundholzpreisen wie sie Ende 2006 realisiert worden sind, können von der Industrie nicht umgesetzt werden. Die Nachfrage ist zurzeit stark und es kann laufend alles Rundholz übernommen werden. Bis Ende Jahr wird sich die Absatzlage kaum ändern, da der Bedarf im Moment nicht gedeckt werden kann. Wir empfehlen mit der Holzernte zu beginnen und frisches Rundholz auf den Markt zu bringen. Gute und langjährige Kundenbeziehungen sollten jetzt berücksichtigt werden. Rege ist auch der Bedarf an Brennholz in langer Form. Es kann reine Buche oder gemischtes Laubholz vermarktet werden. Die Holzmarkt Ostschweiz AG bedient diverse Kunden im In- und Ausland.
 
Aussichten
Die Nachfrage nach frischem Nadelrundholz ist hoch. Verschiedene Ostschweizer Betriebe benötigen laufend Frischholz. Verarbeiter, die marktgerechte Holzpreise zu branchenüblichen Bedingungen bieten, sollen beliefert werden. Die Holzmarkt Ostschweiz AG hat für sämtliche Sortimente langjährige Holzabnehmer im In- und Ausland. Interessierte Lieferanten können sich bei der Geschäftsstelle melden (Tel. 071 375 60 90
Dringende Empfehlung
1.   Trotz tieferen Preisen frisches Nadelrundholz auf den Markt bringen, sofern die Übernahme gesichert ist und die Zahlungsbedingungen stimmen.
 
 
2.   Laubholz früh auf den Markt bringen. Buche nur mit starker Zurückhaltung nutzen.
 
 
3.   Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. und 2. Klasse (Schleifholz/Plattenholz).
 
Industrieholz
Trotz der starken Produktionskürzungen verfügt die Holzmarkt Ostschweiz AG über gute Verträge beim Industrieholz. Da beim Industrieholz durchs Band immer Jahresverträge unterzeichnet werden, sind die Mengen bis Ende 2009 gesichert. Schleifholz kann somit laufend geliefert werden. Unbedingt die vorgegebenen Längen und Sortimentswünsche einhalten. Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. Schleifholz und 2. Klasse Plattenholz. Da die verschiedenen Werke unterschiedliche Längen benötigen, bitte vor dem Aufrüsten Kontakt mit der Holzmarkt Ostschweiz AG aufnehmen.
 
 
Generalversammlung 2009
findet statt am Freitag, 20. November 2009 in der Mehrzweckhalle Amtacker in Marbach (Waldregion 2).