



| Holzmarktbericht 2/2009 |
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Die globalen Finanzmärkte stehen 2009 unvermindert im Banne der Finanz- und Wirtschaftskrise. Viele Sägewerke, Holzverarbeiter und die Holzverpackungsindustrie verzeichnen massive Absatzeinbrüche. Für mehrere grosse Industriebetriebe sind bereits Insolvenzverfahren eingeleitet. Die Schweizer Holzmarktkommission betont die Wichtigkeit einer flexiblen und nachfrageorientierten Holzbereitstellung. Massive Preiseinbrüche könnten im Sommer zu einer Rundholzknappheit führen. Die globalen Finanzmärkte stehen 2009 unvermindert im Banne der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Börsen setzten ihren Abwärtstrend im Februar und Anfang März fort. Damit stellt der Kursverlust bei US-Aktien seit dem Höhepunkt der Aktienkurse im Herbst 2007 – rund 55% – alle Börsenkrisen der Nachkriegszeit in den Schatten. Nur in den 1930er Jahren war der Einbruch mit 83% noch grösser gewesen. Dieser Einbruch spiegelt sich auch auf allen Schnittholzmärkten. 2008 sankt der Rundholz-Import Chinas gegenüber dem Vorjahr um 20% auf 29.57 Mio. fm. Begründet wird der Rückgang des Rundholzimportes auch durch die international niedrige Nachfrage von Möbeln und Sperrholz und die hohen Exportzölle auf Russlands Rundholz. Skandinavien Bis Anfang 3/2009 kaufte die finnische Holzindustrie 1.9 Mio. fm von privaten Waldbesitzern. Dies bedeutet -46% gegenüber dem Vorjahr. Nach Aussage des finnischen Holzverbandes sind die Rundholzpreise nicht so stark gefallen wie die Preise der Holzprodukte. Der durchschnittliche Fi-Stockpreis (Holz wird stehend im Wald gekauft) lag bei € 45.-/fm (Fr. 67.50). 70% des finnischen Einschlages erfolgen für die drei Papierindustrien Stora Enso, UPM und Metsäliitto. Der Faserholzbedarf ist bis zum Herbst bereits grösstenteils eingelagert. Die Folge: UPM hat den Einschlag seit dem 9. März eingestellt. Wiederaufnahme ungewiss. Bei Stora Enso fällt bis Juni definitiv kein Baum mehr, und Metsäliitto setzt den Einschlag für einen Monat aus. Die Produktionskürzungen der Werke entsprechen einer Menge von 8 Mio. fm, meldete der finnische Verband der Privatsägewerke. Deutschland Die Meinungen zwischen Holz- und Forstwirtschaft sind besonders in Bayern unterschiedlich. Die Rundholz - Einkaufsleiter bezeichnen die Lage als zäh und mühsam. Die Forstseite kämpft, damit der Preis ab Waldstrasse für Fichte B/C bei € 70.- (Fr. 105.-) gehalten werden kann. Die Sägeindustrie fordert Preise von € 65.- und tiefer. Die Klausner-Gruppe meldet nun auch Kurzarbeit für Sägewerk Adelebsen an. Im grössten Sägewerk Niedersachsens wird von April an kurzgearbeitet. Die Klausner-Gruppe werde in ihrem Werk in Adelebsen (Kreis Göttingen) die Produktion herunterfahren, teilte eine Sprecherin mit. Betroffen seien rund 200 Mitarbeiter. Die Massnahme sei nur vorübergehend. Entlassungen sollen vermieden werden. Grund für die Kurzarbeit sei die weltweit rückläufige Nachfrage nach Schnittholz. Klausner, nach eigenen Angaben Deutschlands grösster Schnittholzproduzent, hatte bereits zuvor für die Werke in Wismar Mecklenburg-Vorpommern) und Landsberg an der Lech (Bayern) Kurzarbeit angemeldet. Am 31.3.09 hat Klenk Holz France, Volgelsheim, in Colmar Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Für die Muttergesellschaft Klenk Holz Oberrot/De, trägt dieser Schritt ganz entscheidend zur Sicherung der Zukunft der deutschen Standorte bei und somit der Sicherung von 1350 Arbeitsplätzen. Österreich Nach wie vor stagniert der Tiroler Holzmarkt. Es werden kaum neue Vertragsabschlüsse getätigt, der Hauptgrund liegt in den gesunkenen Rundholzpreisen und den ungünstigen Absatzprognosen für Schnittholz im heurigen Jahr. Zum Teil wird noch Holz geliefert, das bereits im Dezember verkauft wurde. Durch die ungewöhnlich hohe Schneedecke in praktisch allen Landesteilen ist die Nutzung und Bringung in vielen Gebieten nach wie vor nicht möglich, einzig in den tieferen Lagen des Inntals könnten die Nutzungen nach Ostern starten. Da Prognosen für weitere Preisentwicklungen fast unmöglich zu treffen sind, warten viele Waldbesitzer die weiteren Preisentwicklungen ab. Für die Holzindustrie ergibt sich daraus eine schwierige Situation, da befürchtet wird, dass die nachhaltige Zulieferung aus heimischen Wäldern noch für mehrere Wochen nicht möglich sein wird. Es wird daher geraten, in tiefen und gut zugänglichen Lagen mit Nutzungen zu beginnen, um die Sägewerke zu versorgen. Gerade bei Durchforstungen können die Förderungsmöglichkeiten dazu beitragen, dass trotz der mässigen Holzpreise Erlöse bei der Waldbewirtschaftung erzielt werden können. Regional (z. B.: Osttirol) werden von den Sägereien auch gute Preise geboten, allerdings wird die Holzabfuhr aufgrund der Schneelage eine Bewirtschaftung nur in Ausnahmefällen ermöglichen. Mit 949 eröffneten Insolvenzverfahren lag in Österreich das 1. Quartal mit 27% über dem Vorjahresquartal, meldet der Kreditschutzverband. Als Österreichs bisher zweitgrösste Insolvenz wird die Holzindustrie Theresia Häupl, Vöcklamarkt, mit 72.9 Mio. Euro Passiva angeführt. 44 Insolvenzverfahren stammen aus der Branche Holz / Möbel. Italien Italien leidet weiter sehr stark unter dem Druck der Billig-Schnittholzimporte. Trotz der Spottpreise bewegt sich der Markt kaum mehr. Fehlende Finanzmittel und Vertrauen haben den jahrelangen florierenden Baumarkt zum Erliegen gebracht. Der Schneereiche Winter und die starken Regenfälle trugen ihres dazu bei. Am meisten leidet die Verpackungsindustrie unter den massiv zurückgegangen Aufträgen der Maschinen- und Exportindustrie. Bestellungen werden nur noch kurzfristig getätigt. Die Rund- oder Schnittholzlager werden auf einem Tiefstand gehalten, damit nicht noch weitere Liquiditätsengpässe entstehen. Schweiz Die Schweizer Wirtschaft hat sich im 4. Quartal 2008 merklich abgekühlt. Im Vergleich zu anderen Ländern fiel der Rückgang des Sozialprodukts aber sehr bescheiden aus. Die Exporte brachen zwar stark ein, und auch die Investitionen bildeten sich markant zurück. Der private Konsum verzeichnete aber noch ein Plus, und auch der Staat erhöhte seine Nachfrage. Allerdings kam ein wichtiger Beitrag vom Aufbau der Lager der Industrie. Diese könnten jetzt abgebaut werden und das Ergebnis des 1. Quartals 2009 beeinträchtigen. Im Januar zeigte der Export aber wieder eine deutliche Erholung, sodass wir für das ganze Jahr 2009 mit einer im internationalen Vergleich milden Rezession rechnen. An der Sitzung der Holzmarktkommission vom 17. März 2009 korrigierten die Vertreter der Wald und Holzwirtschaft ihre Preisempfehlungen von Ende Januar 2009 nach unten. Sie betonten die Wichtigkeit einer flexiblen nachfrageorientierten Holzbereitstellung. Der weltwirtschaftliche Abschwung wirkt sich zunehmend auf die wirtschaftliche Lage der Schweiz aus und schränkt insbesondere die Märkte der exportorientierten Industrie massiv ein. Auf den internationalen Schnittholzmärkten übersteigt das Angebot die Nachfrage bei Weitem. Die grossen Sägewerke im umliegenden Ausland, die bis 2008 für den nordamerikanischen Markt produziert haben, bauen Kapazitäten ab und weichen zugleich auf Alternativmärkte aus. Sie verstärken den Importdruck auch auf die Schweiz. Gleichzeitig sinken die ausländischen Rundholzpreise. Gesamte Holzkette ist betroffen Die Schweizer Holzindustrie ist im internationalen Wettbewerb um schrumpfende Märkte zusätzlich durch den Wechselkurs benachteiligt. Der Effekt vom nachlassenden Handelsvolumen überträgt sich auf die gesamte Holz verarbeitende Kette und trifft besonders den Bereich der Holzverpackungen stark. Mit Rückgängen werden ab Sommer auch in der bis anhin soliden Nachfrage aus dem inländischen Bausektor gerechnet. Betreffend den Rundholzbedarf zeichnet sich das Bild der Schweizer Sägeindustrie uneinheitlich – mit regionalen Unterschieden. Teils leiden die Betriebe unter schwachem Auftragsvolumen und drosseln die Produktion deutlich, andere sind zurzeit noch relativ gut ausgelastet. Prognosen sind sehr schwierig zu machen. Viele Werke müssen ihre Produktion kurzfristig planen und laufend der Nachfrage anpassen. Dementsprechend wichtig ist es, dass die Holzernte der Rundholznachfrage flexibel angepasst wird und die regelmässige Versorgung der Betriebe gewährleistet ist. Ein nachfrageorientiertes Angebot rückt speziell auf den Sommer hin in den Vordergrund. Nutzungs- und Preisempfehlungen Aufgrund der schwierigen Lage auf den in- und ausländischen Holzmärkten passt die Holzmarktkommission ihre Preisempfehlungen zum zweiten Mal nach unten an. Sie betont die Notwendigkeit einer bedarfsgerechten Holzbereitstellung - auch bei derzeit tieferen Holzerlösen. Da die Holz verarbeitenden Betriebe aus Kostengründen die Lager derzeit tief halten müssen, empfiehlt die Kommission eine intensive Kommunikation zwischen Holzkäufern und Holzverkäufern und eine Lieferung nach Absprache.
Die Holzmarktkommission behält die Marktlage weiterhin aufmerksam im Auge. Die nächste Lagebeurteilung bleibt auf den 24. August 2009 angesetzt. Ostschweiz In der Ostschweiz zeichnet sich eine spürbare Reduktion der Nutzungen im Vergleich zum Vorjahr ab. Aufgrund der massiven Schneemengen liegt noch viel aufgerüstetes Holz in den höheren Lagen, welches erst in den kommenden Wochen zugänglich wird. Dies entspannt die Versorgungslage der Sägewerke etwas. Durch die schlagartige Reduktion der Einschnittmengen beim Werk der Firma Mayr-Melnhof in Domat Ems, können Engpässe bei der Holzabfuhr entstehen. Es konnten aber Ersatzkanäle gesichert werden. Hier handelt es sich ausschliesslich um Sägewerke im Ausland, mit welchen seit langer Zeit eine gute Kundenbeziehung aufrecht erhalten wurde. Diese sollen nun auch trotz dem eher tiefen Eurokurs beliefert werden. Je nach Holzlänge sind auch regionale Verarbeiter bereit Mehrmengen zu übernehmen. Rundholzrichtpreisempfehlung Nord-Ostschweiz 2. Quartal 2009 An der Sitzung der Marktpartner im ostschweizer Rundholzmarkt vom 25. März 2009 korrigierten die Vertreter der Wald und Holzwirtschaft Ihre Rundholzrichtpreisempfehlung für das Leitsortiment Fichte/Tanne nach unten. Die Waldeigentümer warnen vor unrealistischen Dumpingpreisen. Angesichts der Marktsignale senken die Marktpartner die Rundholzrichtpreisempfehlungen für das Leitsortiment Fichte/Tanne B/C gegenüber Januar 2009 für das 2. Quartal um 10 Franken. Der untere Bereich der Rundholzrichtpreisempfehlung für D-Qualität wird um fünf Franken gesenkt. Mit der gemeinsamen Kommunikation wollen die Marktpartner ein stabilisierendes Signal in den Holzmarkt aussenden. Die regionale Holzindustrie versucht als verlässlicher und preislich konstanter Markpartner der Waldseite gegenüberzustehen. Marktentwicklung Dezember 2008 bis April 2009 Die Sägewerke, Holzverarbeiter und die Holzverpackungsindustrie verzeichnen massive Absatzeinbrüche. Die Gründe der Krise sind facettenreich: Der massive Kapazitätsaufbau der letzten Jahre ging weit über die Aufnahmefähigkeit der traditionellen Absatzmärkte hinaus. Das Wegbrechen des US-Geschäftes sowie vieler südeuropäischer Märkte bei gleichzeitig steigenden Rundholzpreisen und zeitweise hohen Importrestriktionen für Rundholz aus Russland zwangen die Branche zusätzlich in die Knie. Die Finanzkrise bringt nun weitere Engpässe mit sich. Preiskampf und Kapazitätsstilllegungen sind die Konsequenzen. Eine grundsätzliche Lösung für die Branche ist nicht in Sicht. Vielmehr kündigt sich eine Konsolidierungswelle an, die zu notwendigen Kapazitätsbereinigungen führen wird - so die Prognose der Top-Management Beratung Dr. Wieselhuber & Partner (W&P). Die nachfolgende Grafik und Dokumentation soll aufzeigen, wie der massive Preiszerfall entstanden ist. Im Dezember waren die Waldbesitzer sehr zurückhaltend mit ihren Nutzungen. Es wurde auf eine Besserung der Rundholzpreise gewartet (Punkt 1). Als die positiven Signale nicht kamen, und der Winter beste Voraussetzungen für die Holzernte lieferte, entschieden sich trotzdem viele Waldbesitzer für eine normale Nutzung. Zu dieser Zeit führte das knappe Rundholzangebot dazu, dass die Sägewerke ihren Bedarf laut kommunizierten. Die Quartalspreise wurden dennoch mit Vorsicht gemacht. Dies zeigt die Spanne zwischen der roten gestrichelten Linie (Punkt 2) und dem braunen Pfeil. Die Tendenz der Schnittholzpreisentwicklung, hier zur Vereinfachung nur linear gezeichnet, zeigte dazumal bereits seine Abwärtstendenz. Die Gute Witterung und starke Kommunikation liess das Rundholzangebot ansteigen. Erste überraschende Werkschliessungen im nahen Ausland und der starke Schweizer Franken lösten einen starken Import von Rund- und Schnittholz aus, da die Preise in Deutschland schneller sanken als in der Schweiz. Im Laufe des Januars wiesen bereits viele Sägewerke einen negativen Deckungsbeitrag aus (Punkt 4) Spanne zwischen Pfeil braun und blau. Die Zeit zu handeln wurde immer notwendiger. Zur gleichen Zeit überstieg das Rundholzangebot die sinkende Nachfrage. (Punkt 5). Ab diesem Zeitpunkt fiel der nachfrageorientierte Rundholzpreis schnell. Bis die Waldseite diese Entwicklung erkannte und Gegensteuern konnte verging seine Zeit. Erst im April wird die Angebotsseite stark abnehmen, da neue Holzschläge meistens eingestellt werden. Mit dem neuen Quartalspreis (braune Linie unten) müssen die Sägewerke nun wieder in die Gewinnzone kommen (Punkt 7). Wenn die Preisentwicklung im Schnittholz nicht gestoppt werden kann, wird eine weitere Reduktion der Rundholzpreise unumgänglich werden. Es besteht aber bereits jetzt die Gefahr, dass der massiv gesunkene Preis kaum einen Waldbesitzer dazu animieren kann, Holzschläge auszuführen und Rundholz bereitzustellen. Falls diese Situation eintrifft, werden die Sägewerke nicht über den notwendigen Rohstoff verfügen und werden ihre Produktionen in den Sommermonaten einstellen müssen. Dies könnte schnell auch das Aus für ein Sägewerk bedeuten und hätte für die gesamte Holzkette fatale Folgen. Aussichten Die Nachfrage nach frischem Nadelrundholz dürfte im Laufe des Sommers wieder stark anziehen. Verschiedene Ostschweizer Betriebe benötigen laufend Frischholz. Verarbeiter, die marktgerechte Holzpreise zu branchenüblichen Bedingungen bieten, sollen beliefert werden. Die Holzmarkt Ostschweiz AG hat für sämtliche Sortimente langjährige Holzabnehmer im In- und Ausland. Interessierte Lieferanten können sich bei der Geschäftsstelle melden (Tel. 071 375 60 90 oder E-Mail
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). Dringende Empfehlung
Industrieholz Alles anfallende Schleifholz kann laufend geliefert werden. Unbedingt die vorgegebenen Längen und Sortimentswünsche einhalten. Industrieholz unbedingt sauber sortieren nach 1. Schleifholz und 2. Klasse Plattenholz, da diese an unterschiedliche Werke geliefert werden. Da die verschiedenen Werke unterschiedliche Längen benötigen, bitte vor dem Aufrüsten Kontakt mit der Holzmarkt Ostschweiz AG aufnehmen.
Holzmarkt Ostschweiz AG Heinz Engler, Geschäftsführer |