



| Holzmarktbericht 1/2009 |
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Trotz unsicherer Weltkonjunktur und wirtschaftlich schwierigen Bedingungen haben die Schweizer Sägewerke gute Auftragsbestände. Die Nachfrage nach Nadel-Stammholz ist hoch. Namhafte Europäische Industrien in der Säge- und Plattenindustrie melden Produktionskürzungen und temporäre Stilllegungen an. Der Orkan Klaus richtete in Frankreich am Wochenende vom 24/25. Januar verheerende Schäden an. Nach Umfragen beim St.Galler Forstdienst scheint die Holznutzung eher unterdurchschnittlich zu sein und es hat relativ wenig abfuhrbereites Holz. Internationale Holzmärkte Die Konjunkturindikatoren zeigen eine rapide Verschlechterung, nicht nur bei der Stimmung, sondern auch bei objektiven Daten wie Exporten, Industrieproduktion oder am Arbeitsmarkt. Die Industrieländer befinden sich demnach in einer Rezession, die auch die Schwellenländer in den Abschwung mit hineinzieht. Daraus ergeben sich negative Rückkoppelungen auf die Nachfrage nach Investitionsgütern aus den entwickelten Ländern. Hier kommt es sogar zu Stornierungen bei bereits erfolgten Bestellungen. Da die Unternehmen immer mehr nur noch auf Bestellung produzieren, reagiert die Produktion sehr schnell auf den Rückgang in der Nachfrage. Mit dieser Situation sind beinahe alle Sägewerke in Europa konfrontiert. Um weitere Einbussen im Schnittholzpreis hinnehmen zu müssen, werden die Schnittholzproduktionen zurückgenommen. Viele Sägewerke haben die verlängerten Festtage dazu genutzt, ihre Holzlager abzubauen. Einige Betriebe sind gezwungen, ihren Rundholzeinkauf für Monate zu stoppen und die Schichtbetriebe zu reduzieren. Einige Schätzungen gehen von einer europäischen Minderproduktion von circa 30 Prozent beim Nadelschnittholz im 1. Quartal 2009 aus. Skandinavien Gemäss des finnischen Holzindustrieverbandes betrug das Einkaufsvolumen aus dem heimischen Privatwald 38.5 Mio. fm. Dies entspricht einem Rückgang von 13 % gegenüber dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Während die Industrieholzmengen konstant blieben, fiel die von der finnischen Sägeindustrie abgenommene Menge an Nadelrundholz um fast 50%. Gründe für den starken Einbruch sind die hohen Produktionskosten, fehlende Mengen aus Russland und nicht zuletzt die schwierige Wirtschaftslage. Deutschland Derzeit leidet Deutschland unter dem niedrigsten Stand an Baugenehmigungen nach Kriegsende. Gründe dafür sind die Abschaffung der Eigenheimzulage und die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Dies wirkt sich auch auf den Holzbau aus. Grosse Erwartungen werden nun in das zweite Konjunkturprogramm der Bundesregierung gesetzt. Der Umfang beträgt gemäss Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Bauindustrie rund 50 Mrd.€ für 2009 und 2010. Davon sollen nach Angaben von haustechnikdialog.de 17 bis 18 Mrd. € in die Infrastruktur fliessen. Frankreich
Österreich Die Holzverarbeiter sind seit Ende 2008 zu massiven Produktionsdrosselungen, Kurzarbeit, verlängerten Betriebsferien und gar Stilllegungen gezwungen. Um ein besseres Marktgleichgewicht zu erreichen, werden sie ihre Schnittholzproduktion im laufenden Jahr weiter reduzieren müssen. Sie reagieren auf den sinkenden Holz- und Baustoffbedarf, welcher aus der Verschlechterung der Wirtschaft resultiert. Gerade die Österreichische Holzindustrie ist stark von den kränkelnden Exportmärkten betroffen, da traditionell seit vielen Jahren grosse Mengen an Schnittholz exportiert wurden. Am wenigsten Probleme haben die Werke, welche über eine eigene starke Weiterverarbeitung verfügen. Betriebe ohne Weiterverarbeitung, welche oft günstige Massenprodukte produzieren, leiden stark unter der momentanen Lage. Italien Italien leidet sehr stark unter der laufenden Wirtschaftskrise. Fehlende Aufträge, Stornierungen von Bestellungen und nicht zuletzt die Massen an Billiganbietern von Schnittholz aus Deutschland, Österreich und Schweden legen die lokale Sägeindustrie lahm. Der Laubrundholzverkauf von Buche ist beinahe gänzlich zum Erliegen gekommen. Schweiz
Nach ersten Umfragen der Waldwirtschaft Schweiz hat der Orkan Klaus keine nennenswerte Schäden in den Schweizer Waldungen verursacht. Es wurden nur einzelne Streuschäden gemeldet.
Sitzung der Holzmarktkommission vom 21. Januar 2009 (Auszug aus der Pressemitteilung)
Zufrieden stellende Auftragslage der Holzverarbeiter bei rauem Gegenwind Dementsprechend sind die Schweizer Holzverarbeiter recht gut ausgelastet. Die exportorientierten Betriebe sind zwar mit einer geringeren Auslandnachfrage konfrontiert. Durch die verlangsamte internationale Handelstätigkeit und die geringeren Warenströme ist insbesondere die Nachfrage nach Holz für Paletten und Verpackungen stark zurückgegangen. Die internationale Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen wird durch den schwachen Euro geschmälert und die Betriebe sind einem zunehmenden Importdruck ausgesetzt. Ein grosser Teil der Sägewerke bezeichnet die aktuelle Auftragslage dennoch als gut.
Ungebrochen rege Nachfrage nach Nadel-Rundholz In vielen Regionen der Schweiz ist der Bedarf der Sägereien nach frischem Nadel-Rundholz sehr hoch. Die Holzlager sind teilweise niedrig. Die Nutzung der Waldbesitzer ist demgegenüber zurückhaltend. Die Werke sind auf einen verlässlichen Holznachschub angewiesen, um ihren Aufträgen nachzukommen. Um die Produktion nicht zu verteuern, müssen sie ihre Produktionskapazitäten besser auslasten können. Die Holzmarktkommission (HMK) empfiehlt den Waldbesitzern, der guten Nachfrage nachzukommen. Waldbesitzer sollten mit ihren Kunden in engem Kontakt bleiben und in Absprache mit den Käufern Holz schlagen.
Preisempfehlungen Die Differenz zwischen den Schweizer Rundholzpreisen und den ausländischen hat sich ausgeglichen. Trotz konjunkturellen Unsicherheiten wird in der Schweiz für die erste Jahreshälfte eine stabile Holzmarktlage erwartet. Die Stabilität des Holzmarktes hat für Käufer wie für Verkäufer höchste Priorität. Im Vordergrund steht die kontinuierliche Belieferung der Holzverarbeiter. Aufgrund deren schwierigen Wirtschaftslage, sehen sich sowohl die Vertreter der Waldwirtschaft wie der Holzindustrie veranlasst, ihre Preisempfehlungen für Rundholz leicht nach unten anzupassen.
Tabelle: Preisempfehlung der Holzmarktkommission (HMK) vom 21. Januar 2009 Ostschweiz In der Ostschweiz zeichnet sich eine gegenläufige Marktsituation gegenüber dem nahen Ausland ab. Durch die starken Produktionsrücknahmen der Sägewerke in Deutschland und Österreich steigt auch der Druck auf den Rundholzpreis. Die Produktionskapazitäten der ausländischen Holzindustrie sind stark auf einen florierenden Export ausgerichtet und zwingt nun diese ihre Mengen zu drosseln, da die Absatzmärkte nicht aufnahmefähig sind. Die Ostschweizer Sägewerke sind mehrheitlich auf das Inland ausgerichtet und eher knapp bevorratet. Die Auftragslage auf dem Binnenmarkt ist gemäss Anfragen bei einigen lokalen Sägewerkbetreibern zufrieden stellend. Der Schnittholzexport läuft aufgrund des starken Schweizer Frankens nur noch auf Sparflamme. Für ihren Betrieb benötigen die Sägereien aber trotz kleinerer Nachfrage laufend frisches Rundholz. Der guten Nachfrage soll Rechnung getragen werden und laufend frisches Rundholz auf den Markt gebracht werden. Viele Waldbesitzer, speziell im Privatwald, sind verunsichert und reagieren mit Zurückhaltung beim Holzeinschlag. Gründe für diese Zurückhaltung dürften vermutlich die allgemeine Wirtschaftslage und die fehlenden positiven Preissignale sein. Nach Umfragen beim St.Galler Forstdienst scheint die Holznutzung eher unterdurchschnittlich zu sein und es hat relativ wenig abfuhrbereites Holz. Da sich in einem wirtschaftlich unruhigen Umfeld auch der Holzmarkt kurzfristig ändern kann, ist eine genaue Marktbeobachtung unumgänglich. Die gegenwärtige optimistische Lagebeurteilung darf aber nicht dazu verleiten, ohne eine vorausschauende Planung der Holzschläge und der Holzvermarktung die nächsten Monate anzugehen.
Holzmarkt Ostschweiz AG gut gestartet.
Aussichten Die Nachfrage nach Nadelrundholz ist nach wie vor sehr gut. Die Holzmarkt Ostschweiz AG hat gute Absatzmöglichkeiten für alle Nadelholzsortimente (Tel. 071 375 60 90). Alles anfallende Holz kann in der Regel laufend abgeführt und verladen werden. Dringende Empfehlung
Industrieholz Alles anfallende Industrieholz kann laufend übernommen werden. Es bestehen Absatzmöglichkeiten für sämtliche Qualitäten und Baumarten. Wir bitten die Waldbesitzer, weiterhin Industrieholz aufzurüsten, damit die noch bestehenden Schweizer Werke mit dem notwendigen Rohstoff versorgt werden können. Nähere Informationen über die Sortimente und Liefermöglichkeiten können bei den Revierförstern oder direkt bei der Holzmarkt Ostschweiz AG eingeholt werden. Tendenziell werden von den Verarbeitern von Schleifholz, immer mehr Fixlängen (gerade 2.0m und 4.0m ohne Zumass) nachgefragt. Auch aus logistischen Gründen empfehlen wir das Holz auf gerade Meter abzulängen. 4 Meter Holz kann als Beispiel an mehrere Werke geliefert werden und ist im Bahnverlad kostengünstiger. Zelluloseholz Buchen Nach langen Bemühungen können wir Ihnen nun wieder einen Ersatzkanal für das Buchen-Zelluloseholz anbieten. Erste Probewaggons konnten zur vollen Zufriedenheit abgewickelt werden. Der Forstdienst wird zu gegebener Zeit über das neue Angebot informiert. Generalversammlung 2009 findet statt am Freitag, 20. November 2009 in der Waldregion 2 Werdenberg-Rheintal (Ort ist noch in Abklärung)
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